ES GEHT NACH OBEN – ZUM TABELLENFÜHRER

  • Frankfurter Volleyballer reisen zum Bundesligaspiel nach Innsbruck
  • AlpenVolleys Haching wollen Revanche für Hinspiel-Niederlage
Moritz Karlitzek & Co. wollen am Samstag in Innsbruck aufsteigende Tendenz beweisen. (Foto: Corinna Seibert)

Am kommenden Wochenende geht es bergauf für die United Volleys, und das mindestens in zweifacher (geografischer) Hinsicht: Während die Beach-Asse im nordhessischen Willingen ihren Deutschen Meistertitel im Snow-Volleyball verteidigen wollen, reist die Bundesligamannschaft über die Alpen nach Innsbruck. Standesgemäß trägt dort am Samstag der aktuelle Spitzenreiter Hypo Tirol AlpenVolleys Haching sein Heimspiel gegen die Frankfurter aus. Die würden nach den vielen Niederlagen der zurückliegenden Wochen nur allzu gern zu Gipfelstürmern werden, stehen jedoch vor einer gewaltigen Herausforderung. Immerhin hat Haching, erst 2017 als deutsch-österreichische Kooperation per Wildcard in die Liga eingezogen, mit einem 3:2-Auswärtssieg in Friedrichshafen gerade noch einmal seine Ambitionen untermauert.

Im Training noch einmal eine Schippe draufgelegt

Mit genau dem gleichen Resultat gegen den Rekordmeister im Rücken waren die AlpenVolleys kurz vor Weihnachten an den Main gereist und dort den Uniteds sensationell mit 0:3 unterlegen. Freilich befand sich damals auch das Rhein-Main-Team nach seinem Champions League-Sieg gegen Ankara auf einem echten Höhenflug. „Seit Jahreswechsel haben wir es allerdings nicht wieder geschafft, Beständigkeit in unser Spiel zu bekommen“, bedauert Chefcoach Stelio DeRocco. „Dass wir unsere Siegermentalität aus der fantastischen Phase im November und Dezember nicht konservieren konnten, ist für Spieler, Trainer und Fans gleichermaßen schwer zu verdauen.“ Umso mehr, will er genau auf dieses verlorengegangene Erfolgsgefühl bauen: „Wir haben gezeigt, dass wir es drauf haben und riesiges Potenzial besitzen. Wir glauben auch jetzt an uns und geben auf keinen Fall auf.“

Seiner Mannschaft attestiert er ungebrochenes Engagement: „Alle trainieren und arbeiten daran, einen Ausweg aus der momentanen Situation zu finden. Die Spieler haben auch verstanden, dass wir jetzt unter der Woche noch einmal eine Schippe drauflegen und die Anforderungen noch einmal höherschrauben mussten.“ Nachdem die Champions League für die United Volleys für diese Saison nun (ein weiteres Stück glorreiche) Geschichte sei, lägen in der Bundesliga und den Playoffs noch große Chancen und Herausforderungen vor dem Team, so „The Rock“. „Jetzt müssen wir Charakter zeigen, um in jedem Spiel weiter voranzukommen und uns danach nicht vorwerfen zu müssen, nicht immer unser Bestes gegeben zu haben.“  Platz sechs haben die Hessen vor den Playoffs um die Deutsche Meisterschaft bereits so gut wie sicher, nur ein einziger Sieg aus vier Partien fehlt dazu noch.

Karlitzek im Duell mit zwei „MVP“-Konkurrenten

Den ausgerechnet in Innsbruck zu schaffen, wäre allerdings eine echte Überraschung, die trotz der jüngsten Pleite beim direkten Konkurrenten in Düren sogar noch einmal die Aussichten auf Rang fünf verbessen könnte. Die finanzstarken Tiroler haben sich nach nur einem Jahr in der Bundesliga bestens akklimatisiert und vor der Saison ebenso optimal wie gezielt verstärkt. Der Russe Kirill Klets und sein Kollege Hugo aus Brasilien, beide unter den erfolgreichsten Punktesammlern der Liga, gaben sich im Hinspiel noch vergleichsweise zurückhaltend. Das Duo zählt übrigens zu den härtesten Verfolgern von United-Angreifer Moritz Karlitzek, der mit sechs Goldmedaillen immer noch das „MVP“-Ranking anführt.

In Szene gesetzt wird die AlpenVolleys-Offensive, die nach dem Ausfall des Australiers Thomas Hodges durch German Johansen aus Argentinien verstärkt wurde, vom erfahrenen brasilianischen Passgeber Danilo Gelinski. Im international besetzten Hachinger Kader empfängt mit dem einzigen deutschsprachigen Stammspieler ein guter Bekannter die Uniteds in seiner Heimat: Libero Florian Ringseis ist bei den Frankfurtern noch in bester Erinnerung. Im zweiten Aufeinandertreffen wird das Energiebündel garantiert seinen Teil dazu beitragen wollen, dass die Punkte nicht erneut an seinen Ex-Club gehen. Der wird nach Stand der Dinge zumindest in Komplettbesetzung antreten können. Am Freitag nach dem Frühtraining in der Wintersporthalle startet der Bus in Richtung Alpenland. Ob die angestrebte aufsteigende Tendenz notfalls durch Schneeketten befördert werden kann, ist nicht bekannt.