DEROCCO: „EINE FRUSTRIERENDE PHASE“

  • United Volleys kassieren 0:3 Niederlage in Düren
  • Als Tabellensechster vor schwerer Playoff-Aufgabe
Zum Verzweifeln: Libero Julian Zenger und seine United Volleys konnten auch in Düren die Niederlagenserie nicht stoppen. (Foto: Corinna Seibert)

Nach den Niederlagen gegen die europäischen Top-Teams aus Kazan, Friedrichshafen und Roeselare konnten die United Volleys am Samstagabend auch beim direkten Kontrahenten in Düren nicht gewinnen. Nach dem deutlichen 0:3 (15:25, 22:25, 22:25) gegen die dortigen SWD Powervolleys rangieren die Frankfurter in der Tabelle weiterhin nur auf Rang sechs und dürften es schon im Playoff-Viertelfinale Ende März mit einem richtig harten Gegner zu tun bekommen. Als solcher erwiesen sich auch die nun (bei einem mehr absolvierten Match) um vier Punkte enteilten Dürener. In Bestbesetzung zeigte sich vor allem ihr Block-Duo mit den beiden langjährigen deutschen Nationalspielern Michael Andrei und Tim Broshog hervorragend auf die United-Angreifer eingestellt. Auch die sonst so wirkungsvollen Schnellangriffe wurden meist erahnt und heruntergepflückt.

Mit Karlitzek wird die Partie offener

Dagegen glänzte Powervolleys-Diagonalmann Sebastian Gevert, aktueller Topscorer der Volleyball Bundesliga, mit 16 Punkten. Nur selten war der Chilene zu stoppen und sorgte zudem schon zu Beginn des ersten Durchgangs mit zwei Assen dafür, dass sein Team ordentlich Selbstvertrauen tanken konnte. Gleich mehrfach kam bei den Uniteds in diesem Satz der erfahrene Kanadier Lucas Van Berkel über die Mitte nicht durch, wurde später durch den jungen Paul Henning ersetzt. Cheftrainer Stelio DeRocco verzichtete zunächst auf den nach einer Erkrankung noch angeschlagenen Moritz Karlitzek. Ab Satz zwei war der in der „MVP“-Wertung der Liga führende „Karlittack“ dann mit von der Partie und sorgte dafür, dass diese etwas offener verlief. Nachdem die Frankfurter lange geführt hatten, war allerdings ausgerechnet er es, der mit einem Übertritt aus dem Hinterfeld den Ausgleich herbeiführte. In der „Crunchtime“ lag das Momentum dann wieder auf Seiten der Gastgeber.

Das galt auch für Durchgang drei, zumal bei den United Volleys die Fehlerquote weiterhin hoch blieb. Insbesondere die Aufschläge landeten zu oft im Netz oder segelten ins Aus. Gleich zu Beginn flutschte zudem selbst dem soliden Libero Julian Zenger eine Annahme durch die Finger. Auch der für Adam Kocian im Zuspiel eingewechselte Serbe Maksim Buculjevic konnte das Blatt nicht entscheidend wenden. Bis zum 20:20 blieben die Uniteds auf Augenhöhe, wehrten engagiert ab und waren jetzt auch im Block auf dem Posten. Dann jedoch punktete am Ende einiger langer Rallys mehrfach Andrei für Düren, bevor Gevert mit seinem verwandelten Matchball den Schlusspunkt setzte. „Das ist schon eine frustrierende Phase, in der wir uns gerade befinden“, konstatierte United-Coach DeRocco. „Bestimmte Dinge funktionieren zurzeit einfach nicht, und natürlich schleichen sich da auch Selbstzweifel ein.“

Am Samstag nun gegen Tabellenführer Haching

Nachdem der einstige kanadische Weltklasse-Spieler in der Kabine deutliche Worte an seine Mannschaft gerichtet hatte, blickte er aber schon wieder nach vorn: „Es ist wichtig, dass wir die Köpfe hochhalten und Lösungen finden. In allererster Linie ist es an uns im Trainerstab, zu ermitteln, was falsch läuft, und das in Ordnung zu bringen. Solche Situationen gibt es bei allen Teams, und wir können da wieder herauskommen. Wir müssen einfach an uns glauben und den nötigen Willen zeigen, um wieder Spiele zu gewinnen.“ Nachdem die United Volleys über einen langen Zeitraum fast immer zwei Spiele pro Woche bestreiten mussten, besteht jetzt zumindest wieder Gelegenheit, intensiver im Training zu arbeiten. Beim nächsten Gegner dürfte es allerdings noch schwerer werden, wieder in die Erfolgsspur zu wechseln: Am Samstag müssen Karlitzek & Co. in Innsbruck beim Spitzenreiter AlpenVolleys Haching antreten. Der hat gerade zum zweiten Mal in dieser Saison Rekordmeister Friedrichshafen geschlagen. In der Hinrunde gab es danach ein 0:3 in Frankfurt, für welches die deutsch-österreichische Formation garantiert Revanche nehmen will.