GIBT’S WIEDER GÄNSEHAUT IN DER ARENA?

  • United Volleys empfangen im nächsten Topspiel Friedrichshafen
  • Der Deutsche Rekordmeister kommt mit neuem Zuspieler
Gegen Friedrichshafen wollen die United Volleys erneut einen energiegeladenen Auftritt abliefern. (Foto: Corinna Seibert)

Zum Abschluss ihres „Februar-Feuerwerks“ mit den drei Hammer-Partien gegen die deutschen und internationalen Topteams Berlin, Kazan und Friedrichshafen treffen die United Volleys Frankfurt am Dienstagabend um 18.30 Uhr auf den Rekordmeister vom Bodensee. Auch diese Partie in der Fraport Arena wird auf SPORT1 live im bundesweiten Free-TV übertragen. Wem das Gänsehaut-Erlebnis mit 3.000 Zuschauern gegen Zenit Kazan in der Champions League am vergangenen Donnerstag Lust auf mehr gemacht hat, der bekommt auch in diesem Bundesliga-Duell einiges geboten: Schon ganze 13 Mal gewann der VfB Friedrichshafen seit 1998 den nationalen Titel, sogar 15 Mal den Pokal, den die Häfler nur fünf Tage nach ihrem Besuch in der Mainmetropole in der Mannheimer SAP Arena gegen Lüneburg verteidigen wollen.

Stelldichein der Nationalspieler

Der VfB-Trainer darf sich seit Kurzem sogar Weltmeister nennen. Der Belgier Vital Heynen, lange Jahre Coach der DVV-Auswahl, setzte sich im Sommer mit Polen die Krone auf. In Frankfurt war er nicht nur mit der deutschen Nationalmannschaft schon an denkwürdigen Matches beteiligt – etwa im November 2016, als die United Volleys nach toller Aufholjagd nur ganz knapp im Tiebreak gegen Friedrichshafen unterlagen. Fünf Sätze gab es für die beiden Kontrahenten auch schon im allerersten Aufeinandertreffen 2015 bei der Erstligapremiere des Hessen-Teams. Einer hat diese kurze aber bewegte Geschichte schon auf beiden Seiten begleitet: Adrian „Ady“ Aciobanitei spielte von 2016 bis 2018 im Rhein-Main-Gebiet, bevor der junge Rumäne an seine alte Wirkungsstätte in Süddeutschland zurückkehrte.

Anfangs von Verletzungen geplagt, darf man am Dienstag durchaus auf dem Spielfeld mit ihm rechnen. Aufpassen muss man auf VfB-Seiten unbedingt auf Angreifer David Sossenheimer sowie die Mittelblocker Philipp Collin und Jakob Günthör. Auf sie setzt schließlich – wie auf ihre United-Kollegen Zenger, Krick und Karlitzek – auch Bundestrainer Andrea Giani. Zu den Erfahrensten im Kader zählt Markus Steuerwald, der Bruder des langzeitverletzten United-Zuspielers Patrick Steuerwald. Ein weiterer Routinier ist erst vor wenige Wochen hinzugekommen: Nach durchwachsenem Saisonverlauf holte Friedrichshafen mit dem brasilianisch-französischen Nationalspieler Rafael Redwitz einen mit vielfachen internationalen Meisterehren dekorierten Mann als Verstärkung an Bord. Was ein solch gewiefter Regisseur ausmachen kann, mussten die United Volleys kürzlich schon gegen Berlins russischen Neuzugang Sergei Grankin leidvoll erfahren.

Aufschlag-Ass Syfstad mit Potenzial

Es wird also auf jeden Fall noch schwerer als im Hinspiel, welches die Frankfurter nach einer 2:0-Satzführung noch aus der Hand gaben. Damals fehlte beim VfB auch ein Spieler, auf welchen sich besonders die beiden United-Griechen Andreas Fragkos und Vasilis Kostopoulos freuen dürften. Ihr Landsmann Athanassios Protopsaltis ist trotz nur 1,85 Metern Körpergröße als ebenso trickreicher wie technisch versierter Angreifer in der Bundesliga gefürchtet. Seine Mannschaft muss sich als letztjähriger Hauptrunden-Gewinner aktuell noch mit Rang zwei in der Tabelle hinter den AlpenVolleys begnügen. Das dürften die Häfler auf jeden Fall noch wettmachen und dazu Punkte aus Hessen mitnehmen wollen.

Aber auch die Hausherren wollen ihren „Heimspiel-Marathon“ erfolgreich beschließen. „Ich will die gleiche Unerschrockenheit und Kompromisslosigkeit sehen wie gegen Kazan“, fordert Cheftrainer Stelio DeRocco. Gegen die  „Weltauswahl“ aus Tatarstan konnte mit dem Amerikaner Tanner Syftestad ein Spieler aus der zweiten Reihe sein Potenzial aufzeigen – unter anderem mit gleich vier Assen. Sollte ihn der Coach auch am Dienstag bringen, muss Friedrichshafen vor allem in der Annahme auf der Hut sein. Auch die übrige Rhein-Main-Crew ist gut drauf und will zuhause unbedingt noch einmal punkten und das Publikum begeistern. Bis zum 16. März müssen die Fans danach auf den nächsten Auftritt in der Fraport Arena warten – zugleich der letzte in der Normalrunde und vor den Playoffs.