ZUR „HALBZEIT“ BESTE DEUTSCHE MANNSCHAFT

  • United Volleys am Mittwoch mit schwerem Champions League-Auswärtsspiel
  • Cheftrainer DeRocco kann in Ankara auf komplette Stammbesetzung bauen
Georg Escher und seine Uniteds stehen in Ankara vor ihrer nächsten Herkulesaufgabe. (Foto: Corinna Seibert)

Durchaus selbstbewusst konnten die United Volleys Frankfurt bereits am Montag per Flieger in Richtung Ankara starten, wo sie am Mittwoch um 15.30 Uhr deutscher Zeit in der Champions League auf den amtierenden türkischen Meister treffen. Das 3:0 im Hinspiel gegen Halkbank Ankara kam im Dezember einer echten Sensation gleich, nachdem die Uniteds in ihrem ersten Königsklassen-Jahr bereits mit dem Einzug ins Hauptfeld der 20 besten Teams die Erwartungen übertroffen hatten. Nach der knappen Tiebreak-Niederlage gegen die Belgier von Knack Roeselare vor zwei Wochen rangieren sie in Pool A aktuell mit vier Punkten auf Platz zwei. Zur „Halbzeit“ der Gruppenphase sind sie damit sogar die erfolgreichste deutsche Mannschaft im Wettbewerb – noch vor Friedrichshafen (3. Platz Pool C, 3 Punkte) und Berlin (4. Platz, Pool D, 3 Punkte).

Viertelfinale ist noch möglich

Nachdem der ungeschlagene Spitzenreiter Zenit Kazan, mit seinen Superstars am 14. Februar in der Fraport Arena zu Gast, bereits enteilt ist, muss zum Erreichen des Viertelfinals unbedingt noch Zählbares her. Nur die zwei besten Gruppenzweiten kommen nämlich weiter. Allein schon, dass die United Volleys überhaupt theoretische Chancen auf eine weitere Runde haben könnten, hätte bis vor kurzem wohl kaum jemand für möglich gehalten. In der Arena in Ankara erwartet sie nun allerdings eine wahre Herkulesaufgabe. Ungeachtet des Hinspielresultats verfügen die Gastgeber über einen mit international erfahrenen Spielern gespickten Kader. Polnische und italienische Meistertitel und sogar ein World League-Gewinn sind nur ein Teil von deren beeindruckender Titelsammlung. In der Champions League war Halkbank zuletzt fünf Jahre ohne Unterbrechung dabei.

„Wir dürfen uns von deren schlechtem Auftritt im Dezember nicht in Sicherheit wiegen lassen, zumal wir damals selbst eines unserer besten Spiele gezeigt haben“, warnt United-Cheftrainer Stelio DeRocco. Ankara werde am Mittwoch „garantiert mit richtig viel Wut im Bauch antreten und vor eigenem Publikum auf Revanche aus sein.“ 2.500 Zuschauer hatten das letzte Heimspiel der Türken verfolgt. Nach ihrem deutlichen Sieg gegen Bühl am vergangenen Samstag konnten immerhin auch die Uniteds ein Erfolgserlebnis mit auf die Reise nehmen. „Das war schon wichtig“, unterstreicht der einstige Weltklasse-Angreifer DeRocco. Zudem kann er nach momentanem Stand auf seine vollständige Stammbesetzung zählen, einschließlich des griechischen Neuzugangs Andreas Fragkos, der in der ersten Begegnung mit Ankara noch nicht dabei war.

Wird wieder „eingeeschert“?

Die anderen Uniteds haben hoffentlich noch präzise Erinnerungen an jene Galaform in Kopf, in der sie sich damals präsentiert hatten. Zum Beispiel Mittelblocker Georg Escher, der am Netz ein ums andere Mal brachial „eineschern“ konnte. Dank der Melderichtlinien des europäischen Verbands und durch die vielen internationalen Spiele hat sich sein zuvor weitgehend unbekannter Haupt-Vorname Helmuth in Frankfurt weitgehend etabliert. Nur mit einem deutlichen Sieg würden die Uniteds ihren Platz in der Tabelle verteidigen und die Hoffnung auf das Viertelfinale am Leben halten. Danach warten noch das Heim-Highlight gegen Kazan und die Auswärts-Aufgabe Ende Februar in Roeselare. Dazwischen stehen in der Fraport Arena außerdem die Topspiele gegen Berlin (7.) und Friedrichshafen (19.) auf dem Programm. Nach der Rückkehr aus Ankara geht es am Freitag direkt weiter nach Rottenburg. Viel zu tun und viel zu gewinnen also auch weiterhin für die Frankfurter.