ZENGER WILL „ALLES MITNEHMEN, WAS GEHT“

  • United Volleys am Samstagabend in Rottenburg gefordert
  • Trainer und Abwehrchef mahnen Konzentration auf die Liga an
Für seine klaren Worte vor dem Rottenburg-Spiel dürfte sich Julian Zenger des Beifalls seines Cheftrainers sicher sein. (Foto: Corinna Seibert)

„Unser Fokus liegt jetzt ganz klar auf der Bundesliga und der Meisterschaft“ – Diese Devise gab Cheftrainer Stelio DeRocco noch direkt am Mittwochabend nach der 1:3-Auswärtsniederlage im Champions League-Gruppenspiel gegen Halkbank Ankara aus. Bei nur noch zwei verbleibenden Begegnungen dürften die Chancen, gleich im ersten Anlauf das Viertelfinale der europäischen Königsklasse zu erreichen, allenfalls noch theoretischer Natur sein – ähnlich wie bei den zwei weiteren deutschen Vertretern Berlin und Friedrichshafen, die ebenfalls verloren. Umso mehr hatte DeRocco die nächste Partie am Samstag beim TV Rottenburg im Blick: „Wir müssen die Erfahrung und das Niveau aus den internationalen Spielen mitnehmen, um dort von Anfang an nichts anbrennen zu lassen.“

Ehemaligentreffen auf beiden Seiten

Mit zwei Siegen und sechs Punkten liegt Rottenburg momentan auf dem elften Tabellenplatz, der am Ende den Gang in die 2. Liga bedeuten könnte. Was es heißt, gegen eine Mannschaft anzutreten, die derart mit dem Rücken zur Wand steht, mussten die Uniteds jüngst in Giesen erfahren. Ihre Niederlage gegen die Grizzlys bescherte den Rottenburgern überhaupt erst die „Rote Laterne“ – Der noch dahinter platzierte VCO Berlin ist als Stützpunktteam vom Abstieg ausgenommen. Folglich dürften die Schwaben nun darauf aus sein, ihrerseits Punkte gegen den Favoriten aus Frankfurt in der eigenen Halle zu behalten. Die befindet sich in der Universitätsstadt Tübingen und ist zwei Mitgliedern des United-Kaders noch in bester Erinnerung: Nationalangreifer Moritz „Karlittack“ Karlitzek spielte bis 2017, Mittelblocker Paul Henning sogar noch im vergangenen Jahr für den TVR.

Im Gegenzug sind zwei Rottenburger dem Rhein-Main-Gebiet verbunden. Jannis Hopt, im Hinspiel in der Fraport Arena aufgrund einer Verletzung noch zum Zuschauen verurteilt, gehörte 2015 zu den allerersten United-Neuverpflichtungen nach dem Erstliga-Aufstieg, sein Zuspiel-Kollege Jan Röling lernte das Volleyballspielen in Kriftel und am Frankfurter Internat. Wiedersehen wird dennoch höchstens nach dem Match gefeiert, zu wertvoll ist für beide Kontrahenten jeder Punkt in der laufenden Hauptrunde der Bundesliga, die sich bis dato ausgeglichen wie lange nicht mehr präsentiert. „Gerade diese Spiele sind wichtig für uns im Kampf um die vorderen Plätze. Wir wollen schließlich auch in diesem Jahr als einer der ersten Drei in die Playoffs gehen und müssen uns dazu jetzt voll auf die Liga konzentrieren und alles mitnehmen, was geht“, liegt Libero Julian Zenger voll auf der Linie seines Trainers.

„Wollen noch das eine oder andere Ausrufezeichen setzen“

Dabei weiß auch er, dass das Umschalten nach den internationalen Auftritten bisher nicht immer optimal geklappt hat, zumal es aus dem Flieger von Ankara erneut fast direkt in den Bus Richtung Süddeutschland geht. Gerade einmal ein halber Trainingstag liegt dazwischen. Und so mahnt der Libero der DVV-Auswahl: „Wir dürfen dort auf keinen Fall mit der falschen Einstellung hinfahren!“ Eine souveräne Vorstellung gegen Rottenburg würde zudem zusätzliches Selbstvertrauen für die danach unmittelbar hintereinander folgenden Heim-Kracher gegen Berlin, Kazan und Friedrichshafen bringen. „Spätestens dann müssen wir unser absolutes Top-Niveau erreicht haben, um vor den Playoffs noch einmal das eine oder andere Ausrufezeichen setzen zu können“, unterstreicht Abwehrchef Zenger. Tickets für die Begegnungen in der Fraport Arena gibt es hier.