SIEGERLÄCHELN STATT LEIDENSMIENE

  • United Volleys hoffen in Friedrichshafen auf gesundete Rückkehrer
  • Frankfurter erstmals mit Neuzugang Maksim Buculjevic im Kader
Nach überstandener Krankheit gegen Friedrichshafen hoffentlich schon wieder in Bestform: United-Angreifer Moritz Karlitzek (Foto: Corinna Seibert)

Welches Gesicht der United Volleys bekommen die Zuschauer in der Friedrichshafer ZF Arena am Sonntagnachmittag zu sehen? Das selbstbewusste und entschlossene, welches die Frankfurter Erstligavolleyballer bei ihren imponierenden Siegen gegen den Deutschen Meister Berlin Recycling Volleys und in der Champions League gezeigt haben? Oder jenes von Krankheit gezeichnete, mit welchem sie die Pokalniederlage gegen Lüneburg hinnehmen mussten und das sie auch beim jüngsten 3:1-Erfolg gegen die Junioren des VCO Berlin noch nicht ganz abgelegt hatten? Zumindest scheint es so, dass Cheftrainer Stelio DeRocco im Match gegen den Bundesliga-Rekordmeister wieder auf seinen kompletten Kader zählen kann – natürlich mit Ausnahme der beiden schmerzlichen Langzeit-Ausfälle Patrick Steuerwald und Tobias Krick.

DeRocco fordert Konzentration und Leidenschaft

„Nach und nach sind die erkrankten oder verletzten Spieler in dieser Woche wieder ins Training zurückgekehrt. Wir werden sehen, ob die Vorbereitungszeit auf das wichtige Match gegen den VfB Friedrichshafen für alle ausreichend war, um wirklich eine Spitzenleistung zeigen zu können“, hofft der kanadische United-Coach unter anderem auf seinen Topscorer Moritz Karlitzek. Dass nur eine solche die Chance eröffnet, Punkte vom Bodensee mitnehmen zu können, steht für ihn fest: „Das ist eine unglaublich starke Mannschaft, die kaum Fehler macht und taktisch extrem diszipliniert spielt“, beschreibt er das von Weltmeister-Trainer Vital Heynen betreute Gegner-Team. Von seinen Männern fordert „The Rock“ genau die gleiche Konzentration und Leidenschaft, um den Gastgebern einen Kampf auf Augenhöhe zu liefern.

„Gerade auswärts haben wir in dieser Saison schon mehrfach gezeigt, zu was wir mit unseren vielen jungen Leuten in der Lage sind“, ist DeRocco optimistisch. Zugleich könnten die United Volleys ihre Position in der Tabelle der Volleyball Bundesliga, die im oberen Bereich ausgeglichen wie lange nicht ist, weiter verbessern. Mit drei Punkten Rückstand stehen sie derzeit hinter den zweitplatzierten Friedrichshafenern auf Rang vier, haben allerdings auch eine Partie weniger absolviert. Beide Teams mussten bislang eine Niederlage hinnehmen, im Falle des VfB etwas überraschend zuhause gegen die BR Volleys. Im Supercup hatte man die Hauptstädter Ende Oktober noch deutlich bezwungen. Auch in der Champions League feierten die Häflern mit einem klaren 3:0 gegen die Slowenen aus Ljubljana einen gelungenen Einstieg in die Gruppenphase.

VfB mit neuem Regisseur

Während sich bei den Uniteds im Sommer personell doch einiges verändert hat, konnte Friedrichshafen seine Vizemeister-Kader aus dem Vorjahr weitgehend zusammenhalten. Größte Veränderung ist das Karriereende des langjährigen Regisseurs Simon Tischer. Für ihn lenkt nun der Tscheche Jakub Janouch das Spiel. Neben ihrem Shooting Star der zurückliegenden Wochen, Adam Kocian, können am Wochenende erstmals auch die United Volleys wieder einen international erfahrenen Mann in der Schaltzentrale aufbieten. Der serbische Neuzugang Maksim Buculjevic hat rechtzeitig die Spielberechtigung erhalten und könnte in der ZF Arena bereits mit seinen Frankfurter Kollegen auf dem Feld stehen. Allerdings war seit Dienstag noch nicht allzu viel Zeit, sich im Training aufeinander einzustellen.

Dafür ist der 27-jährige EM-Bronzemedaillengewinner den Friedrichshafenern zumindest in einer Hinsicht auf den Fersen: Sechs nationale Meistertitel in Serbien und Slowenien konnte er in den zurückliegenden Jahren bereits einsammeln. Bis zu den 13 Titelgewinnen des VfB fehlt allerdings doch noch ein Stück. Die zusätzliche Qualität im Kader sollte den Uniteds in den anstehenden schweren Heimspielen gegen Herrsching (16.12.), Ankara (18.12.) und den aktuellen Spitzenreiter Haching (23.12.) in jedem Fall nachhaltig helfen – und vielleicht ja sogar schon am Sonntag für das Duell am Bodensee. Tickets für alle Heimspiele in der Frankfurter Fraport Arena sind hier erhältlich.