RÜCKBLICK: UMBRUCH UND NEUE ÄRA IN DER KÖNIGSKLASSE

  • United Volleys Frankfurt sind stolz auf ein weiteres Erfolgsjahr
  • Champions League-Qualifikation als absolutes Highlight 2018
Besonderer Moment 2018: Im Oktober bejubelten die United Volleys ihren ersten Sieg in der CEV Champions League. (Foto: Corinna Seibert)

Weihnachtspause bei den United Volleys: Während die Konkurrenz am kommenden Samstag noch einmal ran muss, dürfen sich die Frankfurter Erstligavolleyballer erstmals nach ein paar Jahren wieder über eine spielfreie Woche zwischen Weihnachten und Silvester freuen. Die Feiertage konnten Spieler und Trainer deshalb zum Großteil im Kreise der Familie genießen. Viele zog es in die mal näher, mal weiter entfernte Heimat. Bei den ausländischen Teammitgliedern hatten sich zumeist Freunde oder Verwandte zum Besuch in Deutschland angesagt. Viel länger dauert die Pause allerdings auch diesmal nicht. Trainiert wird schon im alten Jahr wieder, denn der Januar hat es für die Uniteds wahrlich in sich.

Ausruhen auf Sieges-Lorbeeren gegen Ankara in der Champions League und Tabellenführer Haching in der Volleyball Bundesliga ist nicht, denn schon am 6.1. kommt mit den Powervolleys Düren der nächste gewichtige Gegner in die Fraport Arena. Nur drei Tage später reisen die Netzhoppers aus Königs Wusterhausen an. Am 15. gilt es, in der Champions League gegen die erfahrenen Belgier von Knack Roeselare Tabellenplatz zwei in Pool A zu verteidigen. Spielbeginn wird dann wegen der Live-Übertragung bei Eurosport am Dienstag ausnahmsweise um 20 Uhr sein. Danach stehen noch zwei weitere Heimspiele und dazu der Auswärtstrip nach Giesen an – alles innerhalb der ersten vier Wochen in 2019.

Becker/Schröder mit grandiosem Einstand

Vorher darf aber auch ein wenig zurückgeschaut werden – Denn auch das dritte volle Jahr in der noch jungen United-Geschichte war ein mehr als erfolgreiches. Den Auftakt machte nur drei Tage nach Neujahr direkt ein Top-Spiel. Vor 3.000 Zuschauern lieferten die Frankfurter Hausherren dem Deutschen Rekordmeister VfB Friedrichshafen beim 1:3 einen großen Kampf. Am 28. Januar dann ein Höhepunkt der ganz anderen Art: Mit dem ersten „Tag der Ausbildung“ in der Fraport Arena wurde die neu begonnene Partnerschaft mit der Frankfurter Sparkasse erstmals öffentlich mit Leben gefüllt. Dem gelungenen Auftakt folgte später eine ebensolche Ticket-Aktion für Mitarbeiter und Kunden, weitere gemeinsame Ideen warten bereits auf die Umsetzung.

Mitte Februar wurde außerdem das neue United-Beachvolleyballteam Paul Becker und Jonas Schröder vorgestellt. Die beiden Profis aus dem Rhein-Main-Gebiet feierten sogleich einen beeindruckenden Einstand. Allerdings nicht am Strand, sondern im Schnee: Der Deutsche und der Vize-Europameistertitel im Snow-Volleyball waren ebenso unerwartete wie willkommene Ergänzungen der Frankfurter Volleyball-Trophäensammlung. Im März musste der Verlust einer prägenden United-Persönlichkeit verkündet werden: Co-Trainer Jan Kahlenbach verabschiedete sich in den Arztberuf am Klinikum Frankfurt-Höchst. Den neuerlichen Gewinn der Bronzemedaille in der Deutschen Meisterschaft, zum dritten Mal in Folge, konnte er allerdings noch aktiv begleiten.

Stelio DeRocco folgt auf Michael Warm

Dass es in den Halbfinalspielen gegen den späteren Titelträger Berlin Recycling Volleys nicht ähnlich spannend wurde wie in der Saison zuvor, lag vor allem an einem dramatischen Moment: In der ersten Begegnung in der Berliner Max-Schmeling-Halle knickte Ex-National-Zuspieler Patrick Steuerwald nach starkem Beginn um und musste vom Feld getragen werden. Die dabei erlittene Verletzung im Fußgelenk hat ein Comeback des gewitzten Regisseurs bis heute verhindert. Auf das dritte Edelmetall folgte der bislang größte Umbruch in der Mainmetropole. Der Vertrag mit Cheftrainer Michael Warm wurde nach drei Jahren voller Erfolge und großer Volleyballmomente nicht verlängert. An seiner Stelle soll der einstige kanadische Weltklassespieler Stelio DeRocco für neue Impulse sorgen.

Mit Lukas Bauer und Jannis Hopt gingen zudem zwei Akteure, die 2015 das United-Abenteuer mit begonnen hatten. Mitten in die Verkündung der ersten namhaften Spieler-Verpflichtungen platzte Anfang Juni eine Nachricht, die eine neue Volleyball-Ära am Main begründen sollte: Durch eine Modus-Änderung des europäischen Verbandes waren die United Volleys nach zwei Jahren im CEV Cup erstmals für die begehrte Champions League qualifiziert. Die Spiele in der Königsklasse konnte Geschäftsführer Henning Wegter allerdings nur noch in der Zuschauerrolle erleben. Er verließ die Volleys im August, um sich einer neuen Aufgabe beim DFB zu widmen. Für Furore sorgten zur gleichen Zeit die Beach-Asse Becker/Schröder: Vier Siege bei den acht Turnieren der Techniker Beach Tour, drei davon als erstes Team überhaupt sogar in Serie.

Erster Sieg in der Berliner Schmeling-Halle

In der Halle musste noch in der Saisonvorbereitung Neuzugang Adam Kocian anstelle von Patrick Steuerwald die zentrale Rolle im United-Spiel übernehmen. Wie brillant der 23-jährige diese ausfüllte, belegt die eindrucksvolle Art und Weise, in welcher das Team über drei Vorrunden gegen Soligorsk/Weißrussland, Auch/Dob aus Österreich und die Griechen von PAOK Thessaloniki den sensationellen Sprung in die Champions League-Hauptrunde schaffte. Da mit dem Serben Milija Mrdak, Lucas van Berkel aus Kanada oder dem deutschen Talent Paul Henning auch weitere „Newniteds“ voll einschlugen, lief es auch in der Bundesliga glänzend. Zwar missglückte der Auftakt in Lüneburg, aber im Oktober gelang den Uniteds etwas, dass ihnen vorher in acht Anläufen stets verwehrt blieb: Ein Sieg in der Halle des Deutschen Meisters Berlin, der mit 3:0 noch dazu mehr als deutlich ausfiel.

Krankheitsgeschwächt ging nur drei Tage später die Partie bei der „Über-Mannschaft“ der Champions League, dem sechsmaligen Gewinner Zenit Kazan aus Russland, ebenso klar verloren. Auch im DVV-Pokal kam ohne Topscorer Moritz Karlitzek im Halbfinale das Aus.  Dafür hatten die „jungen Wilden“ in der Liga Rekordmeister Friedrichshafen auswärts am Rande einer Niederlage, es folgte der sensationelle „Adventspurt“ mit den Triumphen über Halkbank Ankara und den Bundesliga-Spitzenreiter Hypo Tirol AlpenVolleys Haching vor 2.700 Fans am 23. Dezember. Sowohl in der Meisterschaft als auch international ist damit noch alles drin. Auf den vollgepackten Januar folgen im Februar die Kracher-Heimspiele gegen Berlin, Friedrichshafen (beide live auf SPORT.1) und Kazan. Tickets dafür sowie die Rückrunden-„Dauerkarte reloaded“ inklusive sämtlicher Playoff- und Champions League-Matches gibt es hier.