NACH SATZVERLUST ZURÜCKGEBLOCKT

  • United Volleys siegen ersatzgeschwächt mit 3:1 beim VC Olympia Berlin
  • DeRocco-Lob für die unnachgiebige DVV-Junioren-Auswahl
Kapitän Sebastian Schwarz und der Serbe Milija Mrdak trugen mit zusammen 36 Punkten entscheidend zum Sieg in Berlin bei. (Foto: Corinna Seibert)

Die United Volleys Frankfurt haben einmal mehr allen viralen und sonstigen gesundheitlichen Störfaktoren ein Schnippchen geschlagen und „ohne Zwei“ ihr Spiel beim VC Olympia Berlin mit 3:1 (29:31, 25:20, 25:19, 25:19) gewonnen. In der Partie, die aufgrund der zahlreichen Champions League-Einsätze der Uniteds verschoben und schließlich in die Halle des Berliner Schul- und Leistungssportzentrums verlegt werden musste, fehlten Cheftrainer Stelio DeRocco mit Moritz und Lorenz Karlitzek diesmal gleich seine beiden „Brothers Grimm“. Letzte Alternative im Außenangriff war damit neben Kapitän Sebastian Schwarz und dem Griechen Vasilis Kostopoulos, der komplett durchspielte, Philipp Schumann aus der 2. Mannschaft. Er hatte am Vorabend noch erfolgreich die Zweitligapartie beim SV Schwaig absolviert und war direkt anschließend mit dem Auto aus Franken in die Hauptstadt gedüst.

Kunstmann verschafft sich als „United in spe“ Respekt

So war der erfahrene Coach vor allem „froh, dass wir drei Punkte geholt haben und sich keiner verletzt hat.“ Das Team habe angesichts der erschwerten Voraussetzungen „das getan was nötig war, um zu gewinnen. Wenn es sein musste, waren wir voll da.“ Vor allem aber galt sein Lob der Nachwuchsauswahl des VCO, in der die stärksten Kräfte der aktuellen Juniorennationalmann­schaft gegen die Erstligakonkurrenz Erfahrung sammeln können: „Die Jungs haben trotz ihres harten Tiebreak-Matches am Vorabend gegen Bühl nie nachgegeben, toll gekämpft und wirklich gut gespielt. Es ist sehr beeindruckend, was hier geleistet wird.“ So ließ sich die Stützpunkt-Mannschaft auch von einem 14:20-Rückstand im ersten Satz nicht schocken und setzte, ähnlich wie schon gegen die Bühler Bisons, zur Aufholjagd an. „Das haben wir allerdings dann auch selbst aus der Hand gegeben“, ärgerte sich United-Routinier Schwarz.

Beim Stand von 23:24 hatten die jungen Gastgeber plötzlich Satzball. Anschließend ging es lange hin und her, bevor nach drei vergebenen Frankfurter Chancen Anton Brehme den VCO per Ass wieder in Vorteil brachte. Nach einem Übertritt und längeren Diskussionen wegen eines Aufstellungsfehlers, welchen das Schiedsgericht bei den Uniteds moniert hatte, war der Durchgang dann tatsächlich weg. Und auch danach legten die Berliner Talente weiter los wie die Feuerwehr, führten bald wieder mit 5:2. Eine herausragende Rolle spielte dabei der gebürtige Krifteler Louis Kunstmann, der bei den United Volleys bereits einen Vertrag für die kommende Saison unterschrieben hat. Der 2,04-Meter-Mittelblocker – wie sein VCO-Kollege Brehme auch schon für die Männer-Nationalmannschaft nominiert – konnte sich bei seinen zukünftigen Mitspielern ordentlich Respekt verschaffen.

Nach Friedrichshafen kommen noch drei Heimspiele

Drei Block-, zwei Aufschlag und acht Schnellangriffspunkte standen bei ihm am Ende zu Buche, eine wahrlich stolze Bilanz. Allerdings bekam auch der United-Block die gut aufgelegten Berliner Angreifer nun zunehmend besser in den Griff. Beim 7:7 waren die Hessen wieder dran und legten zum 15:10 vor. Nach der Einwechslung von Diagonalangreifer Linus Weber, der dritte VCOler mit Erfahrung bei den DVV-Männern, legten die Hausherren zwar noch einmal einen kleinen Zwischenspurt ein. Dank einer Aufschlagserie von Milija Mrdak ließen die Uniteds diesmal allerdings nichts mehr anbrennen. Der Serbe und Kapitän Schwarz wurden ihrer enormen Verantwortung im Angriff gerecht, brachten es am Ende auf starke 19 beziehungsweise 17 Zähler. Selbst Zuspieler Adam Kocian blockte, servierte und punktete nun fleißig mit, dazu lieferte auch die „Berliner Mauer“ im United-Dress, Georg Escher, erneut eine starke Vorstellung ab.

Sehenswert blockte der gebürtige Erzgebirgler beispielsweise einarmig gegen Brehme und verhalf den Seinen damit zu einem Kavalierstart in Satz drei. In diesem durfte am Ende sogar der eingewechselte Ersatz-Steller Jackson Maris noch einmal im Block abstauben. Trainer DeRocco brachte zudem Lucas Van Berkel anstelle von Youngster Paul Henning. „Ich wollte, dass auch er angesichts der anstehenden wichtigen Begegnungen im Rhythmus bleibt“, erläuterte er. Selbigen gaben auch im vierten Durchgang die Uniteds vor. Speziell der Wahl-Berliner Escher konnte sein Konto noch um einiges aufstocken. „Angesichts unserer personellen Probleme war aber das Wichtigste, dass wir die drei Punkte mitgenommen haben“, betonte der Kapitän, „zumal gegen einen so talentierten VCO-Jahrgang.“ Am kommenden Sonntag geht es beim Bundesliga-Rekordmeister VfB Friedrichshafen gegen ein ungleich erfahreneres Kaliber, danach warten die Heimspiele gegen Herrsching (16.12.), Ankara (18.12.) und Haching (23.12.). Tickets gibt es hier.