SYFTESTAD HAT’S SYFTE-SATT

  • United Volleys nach 3:1-Auswärtssieg in Moers im Pokal-Viertelfinale
  • Champions League-Auslosung: In der Gruppenphase winkt Zenit Kazan
„Ich will doch hier nicht in den Tiebreak!“, hatte sich US-Boy Tanner Syftestad wohl in Moers gedacht. (Foto: Corinna Seibert)

Die United Volleys Frankfurt tanzen weiter auf drei Hochzeiten: Neben der Volleyball Bundesliga und der CEV Champions League stehen sie nach dem 3:1 (25:18, 23:25, 25:23, 25:17) gegen den Moerser SC auch im Viertelfinale des DVV-Pokals. Dass die Partie gegen den zweimaligen Cup-Sieger kein Selbstläufer werden würde, ließ schon die Aufstellung vermuten, mit welcher der einstige Deutsche Meister und heutige Nord-Zweitligist im heimischen ENNI Sportpark auf die Spielfläche ging. Von den sieben Spielern der Anfangsformation konnten gleich fünf Erstligaerfahrung vorweisen. Darunter Kapitän Lukas Schattenberg, der 2015 ein Probetraining bei den Uniteds absolviert hatte, oder der gebürtige Auerbacher Oliver Staab, der nach seiner Ausbildung am Frankfurter Volleyball-Internat gleich für mehrere Teams im Oberhaus aufschlug.

Drei Netzberührungen kosten zweiten Satz

So mussten die Gäste, bei denen diesmal der Grieche Vasilis Kostopoulos die Position des verletzten Stamm-Außenangreifers Sebastian Schwarz einnahm, im ersten Durchgang gleich einem Vier-Punkte-Rückstand hinterherlaufen. Der war beim Stand von 12:12 egalisiert, und nachdem sich nicht nur Moritz Karlitzek mit seinem Ass zum 20:16 endgültig warmgeschossen zu haben schien, fiel das Satzergebnis – auch dank einer Aufschlagserie von Paul Henning kurz vor Schluss – doch noch recht deutlich aus. Noch enger ging es von Beginn an in Satz zwei zu, in dem die United Volleys bis zum 20:18 dennoch permanent in Führung lagen. Mit gleich drei Netzberührungen in Folge setzten sie sich anschließend selbst unter Zugzwang, haderten vor dem Satzball für die Hausherren zudem mehrfach mit den Entscheidungen des Schiedsgerichts.

Nach dem Ausgleich galt es, vor allem die Fehlerquote zu senken. Auf Diagonal kam für den Serben Milija Mrdak, in fast allen bisherigen Begegnungen einer der Hauptabnehmer von Zuspieler Adam Kocian, US-Boy Tanner Syftestad ins Spiel. Allerdings wehrte sich der Sportclub nun endgültig mit voller Leidenschaft und lautstarker Publikumsunterstützung, stand vor allem in der Abwehr wie eine Gummiwand. Erst starke Angaben von Henning und Kostopoulos bescherten zur zweiten Technischen Auszeit einen vermeintlich beruhigenden 16:12-Vorsprung. Der war auch nötig, denn kurz darauf brauchten die Uniteds ganze fünf Satzbälle, um erneut vorzulegen. Und auch in Durchgang vier, nun mit Georg Escher für Paul Henning in der Mitte, ließen sich die Gastgeber nicht ohne weiteres abschütteln.

Thessaloniki vor Augen, Gruppenphase mit Kazan als großes Ziel

Als sie wieder einmal gefährlich nah auf 15:13 herangekommen waren, fasste sich der Kalifornier Syftestad an der Aufschlaglinie ein Herz. Seine Mannschaftskollegen taten es ihm gleich, so dass er bis zum 21:13 servieren durfte. Nach dieser Vorentscheidung kam mit dem zweiten Zuspieler Jackson Maris auch noch der letzte einsatzfähige United-Akteur hinein und durfte den Matchball mit auf dem Feld feiern. „Es war toll, nach 1992 wieder hier zu sein“, fand Cheftrainer Stelio DeRocco, der seinerzeit mit Montechiari in Moers den Europapokal der Pokalsieger geholt hatte. „Allerdings war es mental ein wirklich schweres Match, nicht einfach zu spielen und genauso wenig einfach von außen zu verfolgen“, konstatierte der Kanadier.

„Wenn man 3:1 gewinnt, ohne sein volles Potenzial abzurufen, ist das ja auch ein Zeichen von Stärke. Wie haben jetzt fast jede Woche zwei Spiele absolviert, da muss ich auch einmal eine solche Leistung akzeptieren“, richtete er bereits den Blick nach vorn. Bereits am Dienstag fliegen die United Volleys nach Griechenland, um am Mittwochabend (live auf laola1.tv) gegen PAOK Thessaloniki ihr erstes Duell um das Erreichen der Champions League-Gruppenphase zu bestreiten. In dieser – das steht seit der Auslosung am vergangenen Freitag in Budapest fest – wäre mit Zenit Kazan aus Russland der Titelverteidiger und die seit Jahren beste Mannschaft der Welt einer der Gegner. Die Entscheidung darüber fällt am 13. November gegen PAOK in der Fraport Arena, zuvor sind dort am 10.11. in der Bundesliga noch die Helios Grizzlys Giesen zu Gast. Tickets gibt es online.