NACH ZWEI FURCHTLOSEN SÄTZEN IST DAS TICKET GEBUCHT

  • United Volleys stehen nach 2:3 in Klagenfurt in Champions League-Runde drei
  • Am 13. November kommt PAOK Thessaloniki in der Fraport Arena
Nach dem Einzug in die dritte Runde der Champions League hatte Zuspieler Adam Kocian allen Grund zum Strahlen. (Foto: Corinna Seibert)

Sie mussten nicht einmal von Tür zu Tür ziehen: Bereits nach einer guten Dreiviertelstunde Spielzeit hatten die United Volleys Frankfurt an Halloween die erforderlichen zwei Sätze gegen die Österreicher von Posojilnica Aich/Dob eingesammelt und sich damit nach dem 3:0 im Hinspiel den Einzug in die dritte Runde der Champions League gesichert. Dort treffen sie im Duell um einen der begehrten Plätze für die Gruppenphase schon in der kommenden Woche in Griechenland auf PAOK Thessaloniki.  Nachdem vor dem dritten Durchgang erwartungsgemäß kräftig gewechselt worden war, endete die Partie vor knapp 1.000 Zuschauern im Klagenfurter BSH Sportpark mit dem letztlich bedeutungslosen Resultat von 2:3 (25:20, 25:17, 17:25, 15:25, 13:15).

Happy End mit den “Brothers Grimm”

„There it is! Book the Tickets!” hatte United-Cheftrainer Stelio DeRocco frühzeitig ausrufen können, nachdem Youngster Lorenz Karlitzek den Satzball zum 2:0 verwandelt hatte. Der 19-jährige musste diesmal anstelle von Kapitän Sebastian Schwarz, den Schulterprobleme plagten, von Beginn an ran. Die ersten Ausrufezeichen setzten allerdings zwei, die sich mit Mitte 20 bei den Uniteds schon zu den Routiniers zählen dürfen: Der Kanadier Lucas Van Berkel legte mit einem krachenden Block vor, ehe „Euro-Milijanär“ Milija Mrdak aus Serbien mit zwei Aufschlagpunkten auf 5:1 erhöhte. Nur beim Stand von 21:19 kamen die Gastgeber danach noch einmal heran. Dann jedoch machten die „Brothers Grimm“, wie sie Coach DeRocco getauft hat, kurzen Prozess: Moritz Karlitzek aus dem Hinterfeld zum 23:19, Bruder Lorenz mit dem Ass – Das war die 1:0-Führung.

Anschließend versuchten die Hausherren, die Uniteds mit noch mehr Aufschlagpower unter Druck zu setzen. Zumindest zeitweise waren sie damit erfolgreich. Beide Mannschaften schenkten sich in dieser Phase nichts und gaben damit eine klare Antwort auf die Frage „Trick or treat?“.  Erst ein „Monsterblock“ des erneut gut aufgelegten Paul Henning wendete das Blatt. Zuvor hatte Milija Mrdak artistisch den Ball noch hinter dem Schiedsrichterstuhl hervorgekratzt. In der Schlussphase des zweiten Satzes war es dann vor allem der angeschlagen ins Match gegangene Moritz Karlitzek, der ein ums andere Mal punktete. Dabei war er im Angriff – mal brachial, mal mit viel Übersicht – ebenso wenig zu stoppen wie im Block. Bei stolzen 80 Prozent lag zu diesem Zeitpunkt seine Offensiv-Erfolgsquote.

Entscheidendes Duell um die Gruppenphase in Frankfurt

Mit den „jungen Wilden“ Tanner Syftestad, Vasilis Kostopoulos und Georg Escher, später auch noch mit Jackson Maris im Zuspiel, konnten die Frankfurter in einer merklich ruhiger gewordenen Arena zumindest den Tiebreak noch bis ganz zum Schluss spannend gestalten. Selbst eine vermeintliche Netzberührung beim Matchball sorgte nur wenige Sekunden lang für Aufregung. „Ich bin sehr zufrieden und stolz auf mein Team, wie es der Doppelbelastung in Bundesliga und Champions League, den Verletzungssorgen und den Gesundheitsproblemen unter der Woche sowie dem Druck, im Entscheidungsspiel auswärts antreten zu müssen, standgehalten hat“, lobte Stelio DeRocco.

„Wir haben gezeigt, dass wir Substanz haben und eine Einheit bilden. Dazu gehört auch, dass wir den Spielern eine Chance geben, die weniger im Fokus stehen und bei denen es ganz wichtig ist, sie Erfahrung und Selbstvertrauen sammeln zu lassen“, hob der einstige Weltklassevolleyballer hervor. Nach der DVV-Pokal-Aufgabe beim Zweitligisten Moerser SC am Sonntag dürfen die Uniteds in der Königsklasse gegen PAOK Thessaloniki nächste Woche zunächst wieder in der Fremde ran. Das Rückspiel und damit die Entscheidung darüber, wer in die heißbegehrte Gruppenphase einzieht, steigt am 13. November in der Fraport Arena.  Tickets gibt es hier. „Da brauchen wir alle Volleyballfans in der Halle, um die Tribüne voll zu bekommen und gemeinsam die Sensation zu schaffen!“, wünscht sich der Cheftrainer.