KARLITZEK UND KOCIAN GREIFEN DURCH

  • United Volleys siegen nach Satzrückstand 3:1 gegen Aufsteiger Giesen
  • DeRocco wünscht sich „grandiose Kulisse für ein historisches Spiel“
Kapitän Sebastian Schwarz musste mit seinen United Volleys hart für den Sieg gegen Giesen kämpfen. (Foto: Corinna Seibert)

Langsam in Gang gekommen, aber dann ordentlich Fahrt aufgenommen und die über 1.300 Zuschauer in der Fraport Arena begeistert – So lässt sich das 3:1 (23:25, 25:15, 25:20, 25:17) der United Volleys am Samstagabend gegen die Helios Grizzlys Giesen zusammenfassen. Dass Cheftrainer Stelio DeRocco am Ende eine positive Bilanz ziehen und seinen Männern einen „konsequenten und disziplinierten Auftritt“ attestieren konnte, war dabei beileibe keine Selbstverständlichkeit. Schließlich lag gerade mal ein Trainingstag zwischen dem Champions League-Triumph bei PAOK Thessaloniki und der Partie gegen den gefährlichen Aufsteiger, der zehn Tage zuvor Rekordmeister Friedrichshafen bis in den Tiebreak gezwungen hatte.

„Bananen-Aufschlag“ perfekt returniert

Wie erwartet gingen die Gäste aus Niedersachsen dementsprechend selbstbewusst in die Partie. Zwar ließ zunächst der Frankfurter Kapitän Sebastian Schwarz mit einem Ass aufhorchen, dann jedoch war es Giesens tschechischer Diagonalspieler Michal Krisko, der die Hausherren mit einer Aufschlagserie entscheidend ins Hintertreffen brachte. Gegen Ende das Satzes musste Coach DeRocco sogar seinem Topscorer Moritz Karlitzek, der von den Grizzlys fast permanent in der Annahme gesucht wurde, eine kurze Auszeit gönnen. Zwei Satzbälle der Giesener konnten die United Volleys noch abwehren, den 0:1-Rückstand aber nicht mehr verhindern. Durchgang zwei verlief zunächst kaum weniger spannend, lange lagen beide Teams gleichauf.

Bei Frankfurt landeten jetzt zwar die Angaben besser im Ziel, etwa bei den Servicewinnern von „Bassi“ Schwarz und Milija Mrdak. Allerdings donnerte auch der später zum Silber-„MVP“ gekürte Krisko weiter unverdrossen seine unglaublichen „Bananen-Aufschläge“ über das Netz, bis sich Moritz Karlitzek irgendwann veranlasst sah, dem mit einem direkt verwandelten Return-Bagger ein Ende zu bereiten. Noch einen Schritt weiter ging Zuspieler Adam Kocian. „Wenn wir deren Aufschlag nicht in den Griff bekommen, lassen wir sie einfach keinen mehr machen“, schien er sich überlegt zu haben und sorgte mit einer eigenen Serie von der Grundlinie für den ersten deutlichen United-Vorsprung.

Kuriose Szene mit Ballmädchen

Um ganz auf Nummer sicher zu gehen, hämmerte der Nachwuchs-Regisseur wenig später höchstpersönlich den Ball auf die gegnerische Drei-Meter-Linie. Da nun auch „Air“ Karlitzek immer häufiger mit seinen Hinterfeld-Höhenflügen erfolgreich war, hatte Giesen in diesem Satz nicht mehr viel zu melden. Dennoch gab sich der ambitionierte Aufsteiger auch in Durchgang drei noch nicht geschlagen. Erst ein gewonnenes Drück-Duell von Allzweckwaffe Karlitzek zum 12:9 wendete das Blatt zugunsten der Uniteds. Den vierten Satz konnten diese nun endlich so souverän wie erhofft gestalten und dadurch beim Stand von 18:9 auch Akteuren wie dem Kalifornier Tanner Syftestad oder Ersatz-Steller Jackson Maris Spielpraxis gewähren.

Erwähnenswert war noch jene Szene, in der eine Abwehr der Grizzlys so zielgenau auf eine der Ballrollerinnen hinter dem Feld zusegelte, dass diese instinktiv gar keine andere Möglichkeit sah, als den Ball vor der Nase eines heraneilenden Gieseners wegzufangen – mit der regelkonformen Folge eines Punktgewinns für die Uniteds. „Wir haben das am Ende gut gelöst und können uns nun auf das wichtige Champions League-Match am Dienstag vorbereiten. Mit dem Erreichen der Gruppenphase haben wir die Chance, in eine ganz neue Dimension für die United Volleys und den Volleyball in Frankfurt vorzustoßen“, blickte Stelio DeRocco voraus und appellierte: „Dieses historische Spiel hat eine grandiose Kulisse verdient. PAOK bringt mehrere hundert Fans mit und will das Ergebnis drehen. Da brauchen wir jeden Fan, um dagegenzuhalten!“ Tickets für die Kracher-Partie gibt es hier.