EIN (BR)ESCHER REICHT NICHT

  • United Volleys nach 1:3 gegen Lüneburg im Pokal ausgeschieden
  • Frankfurter können Ausfall von Topscorer Karlitzek nicht kompensieren
Bild: Georg Escher stemmte sich mit seinen United-Kollegen vergeblich gegen das Pokal-Aus gegen Lüneburg. (Foto: Corinna Seibert)

Gleich mit mehreren starken Gegnern hatten die United Volleys Frankfurt am Sonntagnachmittag bei ihrem Aus im DVV-Pokal-Viertelfinale zu kämpfen. Allen voran der Magen-Darm-Virus, der unter der Woche gleich mehrere Spieler flachgelegt hatte. Noch mehr aber eine von Anfang an selbstsicher auftretende SVG Lüneburg, die sich mit dem 3:1 (25:14, 25:22, 17:25, 25:19) in der nächsten Runde ein Heimspiel gegen die Berlin Recycling Volleys erschmetterte. Besonders schwer wog bei den Uniteds der Ausfall von Topscorer Moritz Karlitzek, der es noch nicht einmal in die Fraport Arena geschafft hatte. Libero Julian Zenger war ebenfalls angeschlagen, hielt jedoch vier Sätze lang eisern durch, für Mittelblocker Paul Henning war nach Durchgang eins Ende.

Mrdak mit stolzen 25 Punkten

Die Hauptlast im Angriff musste deshalb diesmal ganz allein der Serbe Milija Mrdak tragen, abzulesen an der beeindruckenden Bilanz von 25 Punkten bei einer Erfolgsquote von knapp 60 Prozent. Für die Lüneburger war das Spiel der Hausherren dadurch relativ leicht ausrechenbar, was sich besonders zu Beginn der Partie bemerkbar machte. Gleich sieben Mal konnten da bei Aufschlag Michel Schlien die SVG-Spieler jubeln, ehe die United Volleys überhaupt den ersten Zähler auf der Habenseite verbucht hatten. Immerhin nahmen sie die Leistungssteigerung aus der zweiten Satzhälfte mit und von da an den Kampf an. Vor allem der für Henning eingewechselte Georg Escher brachte mit zwei Monsterblocks ordentlich Dampf aufs Parkett.

Dennoch lagen die Uniteds schon mit 10:14 zurück, bevor der Kanadier Lucas Van Berkel eine blitzsaubere Angabenserie bis zum Ausgleich hinlegte. In dieser Phase war dann auch Milija Mrdak von Block und Abwehr der Gäste so gut wie gar nicht zu stoppen. 19:18 gingen die Frankfurter nach einem Ass von Vasilis Kostopoulos sogar in Führung, die bis zum 21:21 hielt. Dann sah das Schiedsgericht zunächst einen Übertritt von Mrdak und anschließend die United-Annahme beim Aufschlag des späteren „MVP“ Ryan Sclater blaß aus. Mit 0:2 im Hintertreffen standen die Hessen damit nach der Zehn-Minuten-Pause endgültig mit dem Rücken zur Wand. Und zeigten nach dem Wiederanpfiff den rund 1.200 lautstark anfeuernden Zuschauern, dass sie sich noch keineswegs aufgegeben hatten.

„Ur-nited“ freut sich auf „normales“ Training

Erneut waren es die Flatterangaben van Berkels, die die Uniteds zur zweiten Technischen Auszeit mit fünf Punkten in Front brachten. Dazu lief „Ur-nited“ Escher weiter zur Hochform auf, blockte gleich vier Mal erfolgreich und versenkte noch dazu in bester (Br)escher-Manier sechs von acht Bällen im Schnellangriff. Mit neu gewecktem Kampfesmut starteten die „jungen Wilden“ in Satz vier, der für sie allerdings einen unglücklichen Verlauf nehmen sollte. Lange agierten beide Teams auf Augenhöhe, bis die Uniteds erst eine weitere Sclater-Aufschlagserie und dann noch eine Entscheidung der Schiedsrichter kassierten, die nach einer Attacke von Kapitän Sebastian Schwarz einen Übertritt gesehen hatten. Und so waren es wenig später die Lüneburger, die erst ihr Weiterkommen und dann das Heim-Los gegen Berlin feierten. „Wir waren auf keinen Fall überrascht vom Auftritt der SVG, das hatten wir so erwartet, dass die hier mit großem Selbstbewusstsein anreisen“, erklärte zeitgleich Georg Escher.

Schon eher habe das Mammut-Programm der zurückliegenden Wochen an den Kräften gezehrt, „wir hatten zwischen den Spielen ja praktisch gar keine Zeit, mal im Training an einzelnen Elementen zu arbeiten.“ „13 Matches haben wir jetzt absolviert, und es ist noch nicht einmal Dezember!“, unterstrich auch Cheftrainer Stelio DeRocco. Und freute sich zumindest über eins: „Vor dem Match beim VCO Berlin haben wir jetzt endlich einmal wieder eine normale Woche ohne Champions League vor uns. Wenn man um ein Uhr nachts vom Sieg gegen den Deutschen Meister heimkommt und muss am nächsten Tag gleich nach Russland weiterfliegen, dann steckt das keiner auf Dauer einfach so weg.“ Nach einem Gastspiel in Friedrichshafen erwartet ihn und seine Männer im Dezember ein wahres „Heimspiel-Festival“ mit den Begegnungen gegen Herrsching (16.12.), Ankara (18.12.) und Haching (23.12.). Tickets gibt es hier.