DANK „M&M“ IST DER DROPS SCHNELL GELUTSCHT

  • Frankfurter schaffen im ersten Jahr Einzug in Champions League-Gruppenphase
  • 3:1 im Rückspiel gegen PAOK Thessaloniki macht Sensation perfekt
Unbändige Freude bei Überflieger Moritz Karlitzek und Kapitän Sebastian Schwarz nach dem Hauptrunden-Einzug in der Champions League. (Foto: Marcel Lorenz)

Es war noch nicht einmal 20 Uhr in der Fraport Arena, als auf dem Spielfeld und bei den meisten der über 2.000 Zuschauer in der Fraport Arena unbändiger Jubel aufbrandete. Mit dem von Kapitän Sebastian Schwarz verwandelten Satzball zur 2:0-Führung hatten die United Volleys geschafft, was ihnen vor gut einem Monat bei ihrer Premiere in der CEV Champions League wohl nur wenige zugetraut hätten: Den Einzug in die Hauptrunde der Königsklasse, in der in Gruppe A nun so illustre Namen wie Halkbank Ankara, Knack Roeselare und Titelverteidiger Zenit Kazan warten. Am meisten freute sich Cheftrainer Stelio DeRocco allerdings eine knappe Stunde später, als Georg Escher und United-Grieche Vasilis Kostopoulos mit ihrem Doppelblock das 3:1 (25:17, 25:17, 21:25, 27:25) perfekt machten.

Julian Zenger spektakulär in der Abwehr

„Im ersten Champions League-Heimspiel gegen Soligorsk haben wir nach dem Weiterkommen die Spieler aus der zweiten Reihe eingewechselt und knapp verloren. Genauso in der nächsten Runde gegen Aich/Dob. Deshalb bin ich ganz besonders glücklich, dass die Jungs heute das Vertrauen zurückgezahlt und den Sieg geholt haben“, betonte „The Rock“. Dass neben Kostopoulos auch der Kalifornier Tanner Syftestad, Mittelblocker Georg Escher und Jackson Maris erneut frühzeitig ihre Chance bekamen, hatten sie zwei imposanten ersten Sätzen zu verdanken, in welchen bei den Uniteds einmal mehr das Duo „M&M“ dominierte. Mit seinem ersten Hinterfeldangriff legte Moritz „Air“ Karlitzek zum 10:7 vor. Der serbische Diagonalangreifer Milija Mrdak erhöhte mit zwei Assen auf 12:7.

Während Nationallibero Julian Zenger gleich mit mehreren spektakulären Abwehraktionen glänzte, war es danach erneut der gerade 22-jährige Karlitzek, der die Hausherren mit einer unwiderstehlichen Aufschlagserie auf 21:13 davonziehen ließ. Auch in Durchgang zwei sorgte „Euro-Milijanär“ Mrdak mit einem Service-Winner für den ersten größeren Vorsprung. Zum 13:9 steuerte Zuspieler Adam Kocian, der von Anfang bis Ende ebenso variabel wie passgenau die Bälle verteilte, einen Monsterblock bei. Mit seiner Angabe zum 18:11 schoss der United-Regisseur PAOK-Libero Nikitas Efraimidis im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Spiel. Der griechische Annahmeexperte musste danach erst einmal seinem Stellvertreter Konstantinidis das Feld überlassen.

Syftestad wird zum „California Nightmare“ für PAOK

Nach dem gewohnten Wechselspiel nach erfüllter Mission schafften es die „Youngniteds“ diesmal sofort, mit den international erfahrenen Gästen, die von knapp 300 stimmgewaltigen PAOK-Fans weiter unermüdlich angefeuert wurden, mitzuhalten. Satz drei ging zwar noch verloren, danach ließen sich Kostopoulos & Co. allerdings nicht mehr abschütteln. Vor allem der Amerikaner Tanner Syftestad lief zu großer Form auf und wurde am Ende für die Männer aus Thessaloniki zum „California Nightmare“, schlug immer wieder über den schwarz-weißen PAOK-Block. Nachdem die Uniteds selbst mehrere Satzbälle abgewehrt hatten, legte er mit seinem zweiten Ass zum 26:25 vor. Kurz drauf war bei den Hessen nur noch Feiern angesagt.

Mit dem Einzug in die Gruppenphase, in der sie neben Meister Berlin und Pokalsieger Friedrichshafen nun das dritte deutsche Team unter den 20 Top-Clubs Europas stellen, sind die United Volleys einmal mehr in eine neue Dimension vorgestoßen: Drei Bronzemedaillen in der Deutschen Meisterschaft, zwei Mal DVV-Pokal-Halbfinale, und 2017 unter den besten vier Mannschaften im CEV Cup – das alles ist nun noch einmal getoppt. Dennoch bleiben die jungen Überflieger auf dem Boden. „Das wichtigste ist jetzt das Spiel am Sonntag in Berlin“, blickte Vasilis Kostopoulos bereits auf die nächste schwere Aufgabe. Drei Tage später werden er und seine Kollegen bei den Giganten im russischen Kazan auf dem Court stehen. Was das bedeutet, werden sie wohl erst dann wirklich realisiert haben. Und dann steht am 25. November auch schon das Pokal-Viertelfinale gegen Lüneburg in der Fraport Arena ins Haus. Tickets gibt es hier.