AUS DEM HINTERFELD GANZ WEIT NACH VORN

  • United Volleys erwarten zum zweiten Heimspiel Aufsteiger Giesen
  • Cheftrainer DeRocco fordert für Samstag volle Konzentration
Nationalspieler Moritz Karlitzek (links) will auch in der Bundesliga sein Punktekonto weiter aufstocken. (Foto: CEV)

Es bleibt dabei: Die United Volleys sind im Reisestress. Erst am Donnerstagnachmittag erst sind sie, vom erfolgreich bestrittenen Champions League-Match in Thessaloniki kommend, wieder in Frankfurt gelandet. In der kommenden Woche fahren sie nach dem Rückspiel gegen die Griechen, bei dem am Dienstag der Einzug in die Gruppenphase perfekt gemacht werden soll, stante pede Richtung Berlin zum Aufeinandertreffen mit dem Deutschen Meister. Und auch danach geht es munter weiter in Bundesliga, DVV- und Europapokal. Welche Wohltat, wenn da endlich einmal wieder ein Gegner in der heimischen Fraport Arena aufschlägt – so wie jetzt am Samstag um 19 Uhr.

Aufsteiger mit Erfahrung

Die Helios Grizzlys Giesen absolvieren dann ihren Antrittsbesuch am Main, nachdem ein eigentlich geplantes Vorbereitungsspiel im Spätsommer kurzfristig abgesagt werden musste. Zum zweiten Mal nach 2008 sind die Volleyballer aus Niedersachsen in die 1. Liga aufgestiegen. Mit sieben Neuverpflichtungen müssen sich die Männer aus der Nähe von Hildesheim dort keinesfalls verstecken. Ein bekanntes Grizzlys-Gesicht für die United-Fans ist beispielsweise Magloire Mayaula Nzeza, zuvor langjähriger Mittelblocker bei den Volleyball Bisons Bühl.

Und auch der Giesener Trainer kennt sich im Oberhaus gut aus. Der Israeli Itamar Stein coachte nach dem Ende seiner eigenen internationalen Spielerkarriere 2015/16 bereits das fränkische Erstligateam der VSG Coburg/Grub. Dass mit ihnen zu rechnen ist, stellten die ambitionierten Neulinge vor zehn Tage in der vollbesetzten eigenen Halle gegen den Deutschen Rekordmeister VfB Friedrichshafen unter Beweis, den sie ordentlich in Verlegenheit und neben zwei Sätze auch noch um einen Punkt brachten. „Gerade bei unserem enorm straffen Programm müssen wir gegen ein solches Team mit voller Konzentration auf dem Platz stehen“, warnt deshalb United-Cheftrainer Stelio DeRocco.

Angriff aus dem Hinterfeld

Schließlich wird es auch in der Bundesliga für ihn und seine Männer vorerst keinesfalls einfacher. Der Spielplan hat es wahrlich in sich. Bedingt durch die Champions League mussten mehrere Partien verlegt werden. Teilweise hat die Konkurrenz bis zu drei Begegnungen mehr absolviert. Dementsprechend stehen die Frankfurter aktuell auf dem, allerdings wenig aussagekräftigen, siebten Tabellenrang. In den nächsten Wochen müssen sie zudem auswärts bei den „ewigen Meisterschaftsfavoriten“ Berlin und Friedrichshafen antreten. Für das umstrukturierte „Newnited“-Team muss das aber nicht unbedingt ein Grund zur Sorge sein.

Trotz des Fehlens der verletzten Stammkräfte Patrick Steuerwald und Tobias Krick präsentierten sich die „jungen Wilden“ zuletzt immer besser eingespielt. Neuzugänge wie Zuspieler Adam Kocian sind schnell zu Leistungsträgern geworden. International erfahrene Akteure wie der kanadische Nationalspieler Lucas Van Berkel übernehmen mehr und mehr Verantwortung. Und dann haben die Hessen ja noch ihren Überflieger Moritz „Air“ Karlitzek. Für ihn dürfte die Herausforderung, sich im Ranking nach vorn zu arbeiten, ohnehin eher ein Ansporn sein: Er greift bekanntlich auch auf dem Court gern und erfolgreich aus dem Hinterfeld an. Und wenn auch Mitspieler am Samstag ebenfalls wieder darauf setzen, dass Geduld und ein langer Atem meist das beste Mittel sind, um hochgesteckte Ziele zu erreichen, könnte nach dem zweiten Bundesliga-Heimspiel der zweite Sieg zu Buche stehen.