UNITED VOLLEYS SIND „HUNGRIG UND BEREIT“

  • Frankfurter Erstligavolleyballer vor Champions League-Debüt in Weißrussland
  • Aufschlagdruck als entscheidender Faktor gegen Shakhtior Soligorsk
Die United Volleys vertreten Frankfurt in der europäischen Champions League. (Foto: Corinna Seibert/ Manfred Neumann)

Ein Novum für Frankfurt und ganz Hessen: Erstmals geht eine hiesige Volleyballmannschaft in der europäischen Champions League an den Start. Bereits am frühen Dienstagmorgen sind die United Volleys mit dem Flieger in Richtung Weißrussland gestartet. Am Mittwochabend absolvieren sie im 3.300 Zuschauer fassenden Sportpalast der Millionenstadt Minsk ihr allererstes Spiel in der Königsklasse gegen den amtierenden Landesmeister Shakhtior Soligorsk (Liveübertragung auf www.laola1.tv). „Wir sind hungrig auf die Champions League und bereit für dieses großartige Erlebnis“, freut sich Cheftrainer Stelio DeRocco, der bis auf Rekonvaleszent Patrick Steuerwald alle seine Spieler an Bord hat. Inklusive Zusatz-Libero Thorben Stahmer aus der 2. Mannschaft sind somit 14 Mann im Kader.

Aufpassen gegen „dynamisches und leistungsstarkes Team“

Etwas schade sei es, dass das letzte Testspiel schon zehn Tage zurückliege, nachdem die für Samstag in Rüsselsheim geplante Partie gegen Erstliga-Aufsteiger Giesen von den Gästen abgesagt wurde, bedauert DeRocco. Allerdings habe man so mehr Zeit zur Regeneration und zum gezielten Arbeiten an einzelnen Elementen gehabt. Insbesondere angesichts des bekannten Ausfalls von Schlüsselfigur Steuerwald sei jede Gelegenheit für die beiden anderen Zuspieler Adam Kocian und Jackson Maris, sich mit ihren Kollegen einzuspielen und abzustimmen, wichtig. Immerhin wartet auf die Uniteds keine geringe Herausforderung. „Wir haben von Soligorsk einige Videos ihrer Vorbereitungsmatches in Polen gesehen. Das ist ein wirklich dynamisches und leistungsstarkes Team“, warnt „The Rock“.

Die Männer aus dem Süden Weißrusslands haben ihren Gegnern ein Jahr Erfahrung in der Champions League-Qualifikation voraus. Fast wären beide Mannschaften schon 2017 im CEV Cup aufeinandergetroffen, hätten sich die United Volleys gegen den französischen Spitzenclub Montpellier durchgesetzt. Die Soligorsker „Bergarbeiter“ hatten seinerzeit die Finnen aus Loimaa besiegt und sich anschließend auch gegen die Franzosen achtbar aus der Affäre gezogen. Wie damals besteht der Shakhtior-Kader weitgehend aus einheimischen Spielern, die fast alle Erfahrung in der Nationalmannschaft ihres Landes vorweisen können. Das gilt auch für den ukrainischen Diagonalangreifer Volodymyr Tevkun und den finnischen Außen Antti Mäkinen. Mit Libero Andrei Marchenko steht zudem ein Russe im Aufgebot.

Heimspiele am 17. und 20. Oktober in der Fraport Arena

Wohl die herausragendste Neuverpflichtung ist Heimkehrer Siarhei Antanovich im Außenangriff. Der 32-jährige Routinier spielte zuvor jahrelang in der starken türkischen Liga. „Um in Weißrussland bestehen zu können, müssen wir von Beginn an hellwach sein, taktisch clever und diszipliniert spielen“, fordert Coach DeRocco. Entscheidend werde sein, dass sein Team effizient aufschlage und dadurch sofort Druck aufbaue. Es komme trotz der besonderen Umstände darauf an, „gelassen und fokussiert zu bleiben, unser Spiel zu machen und das zu zeigen, was wir können“, so der einstige kanadische Weltklassespieler. Gelingt das, könnte im Rückspiel am 17. Oktober um 19 Uhr der Einzug in die nächste Runde perfekt gemacht werden. Um es gleich im ersten Anlauf in die Gruppenphase zu schaffen, müssten anschließend noch zwei weitere Top-Teams besiegt werden.

Zum straffen Auftaktprogramm der United Volleys gehören zugleich jedoch auch die ersten kniffeligen Aufgaben in der Volleyball Bundesliga. Von Minsk geht es am Donnerstag direkt weiter nach Hamburg und von dort aus nach Lüneburg, wo mit der Spielgemeinschaft Volleyball Gellersen (SVG) am Samstag ein unmittelbarer Konkurrent um die Plätze im vorderen Tabellenbereich wartet. Ihre eigene Bundesliga-Heimpremiere feiern die Uniteds nur drei Tage nach dem Champions League-Rückspiel am 20. Oktober gegen den TV Rottenburg. Tickets für alle Begegnungen in der Fraport Arena sind online erhältlich.