DEROCCO: „EIN WIRKLICH GUTES ERLEBNIS“

  • United Volleys kehren von Testspielreise aus Polen zurück
  • Aufschlussreiche Begegnungen mit starken PlusLiga-Teams

Polen ist im Volleyball eine Macht – Das zeigt sich nicht nur an der Tatsache, dass die polnische Nationalmannschaft am heutigen Abend im italienischen Turin zum dritten Mal innerhalb von zwölf Jahren im Finale einer Weltmeisterschaft steht. Gegner ist, wie 2006 und 2014, Brasilien, eine weitere große Volleyballnation. Mit einem Sieg gegen die Südamerikaner könnte Polen den Titelgewinn von 2014 im eigenen Land – damals mit Deutschland auf dem Bronze-Rang – wiederholen. Die konstant starken Leistungen sind das Resultat einer langjährigen gezielten Förderung, durch die Volleyball mit massiver Unterstützung aus Politik, Wirtschaft und Medien zur führenden Familiensportart und die heimische PlusLiga zu einer der stärksten Ligen Europas aufgebaut wurde.

Das bekamen in dieser Woche auch die United Volleys Frankfurt zu spüren. Sieben Tage im Nachbarland, vier Gegner aus der höchsten polnischen Spielklasse, vier Niederlagen – So lautet die Bilanz ihrer Testspielreise. Ähnlich erging es übrigens dem Deutschen Meister Berlin Recycling Volleys, der bei seinen Vorbereitungsspielen in Warschau und Bydgoszcz ebenfalls jeweils das Nachsehen hatte. Die United Volleys begannen ihren Trip am Dienstag mit einem 0:3 (23:25, 29:31, 23:25) bei MKS Bedzin, jenem Team, das noch Anfang 2018 vom neuen Frankfurter Trainerduo Stelio DeRocco und Rafal Murczkiewicz betreut wurde, in dem Ex-United Lincoln Williams allerdings noch fehlte. US-Angreifer Tanner Syftestad und Youngster Lorenz Karlitzek mussten in dieser Partie erkältungsbedingt passen, außerdem fehlte der kanadische Mittelblocker Lucas Van Berkel, der erst am Tag zuvor direkt von der Weltmeisterschaft angereist war.

Nur wenige Punkte machen Unterschied gegen die Spitzenteams

Ein erstes kleines Erfolgserlebnis gab es im zusätzlich ausgespielten vierten Durchgang, den sich die Hessen mit 26:24 sicherten. Ohne Satzgewinn (22:25, 22:25, 21:25) blieben die United Volleys tags darauf gegen Aluron Virtu Warta Zawiercie, die Mannschaft des ehemaligen Berliner Meistertrainers Mark Lebedew. Beim Turnier von GKS Katowice gelang dann am Freitag gegen die Gastgeber der erste „richtige“ Satzerfolg. 1:3 (22:25, 25:23, 23:25, 18:25) lautete das Endergebnis. Zum Abschluss ging es am Samstag gegen ZAKSA Kedzierzyn-Kozle, jenen Club, der im Frühjahr den Deutschen Rekordmeister VfB Friedrichshafen aus dem Champions League-Rennen geworfen und selbst den Einzug ins Final Four der Königsklasse geschafft hatte.

Auch in dieser Begegnung schlugen sich die Gäste beim 0:3 (20:25, 21:25, 22:25) achtbar, so dass Chefcoach DeRocco vor dem sonntäglichen Rückflug von Krakau nach Frankfurt eine positive Gesamtbilanz ziehen konnte: „Das war ein wirklich gutes Erlebnis, das uns in unserer Entwicklung als Gruppe einen großen Schritt vorangebracht hat.“ Zwar habe man, nicht unerwartet, kein Spiel gewinnen können, aber bis auf eine Ausnahme sämtliche Sätze gegen die Spitzenteams eng gestaltet. „Das waren nur wenige Punkte, die am Ende den Unterschied ausgemacht haben, auch in der Statistik bei Aufschlägen, in den Annahme und im Block“, stellte „The Rock“ fest.  Ebenfalls wichtig aus seiner Sicht: „Alle hatten reichlich Gelegenheit, zu spielen und ihre Rolle innerhalb der Mannschaft zu finden. Für die Spieler und uns ist jetzt viel klarer, wo jeder einzelne aktuell steht.“

Letzter Test am Samstag gegen Aufsteiger Giesen

Zudem hätten die gemeinsamen Unternehmungen abseits des Courts den internen Zusammenhalt gestärkt: „Man darf nicht vergessen, dass wir viele junge Leute dabei haben. Für einige sind die United Volleys die erste Station im Ausland, weshalb dass jedes Match zunächst einmal etwas Besonderes und Aufregendes ist“, so der einstige italienische Meister und Europapokal-Gewinner. Einen letzten Vorgeschmack auf die Volleyball Bundesliga bekommen die „Newniteds“ am kommenden Samstag ab 17 Uhr beim Testspiel gegen Aufsteiger Helios Grizzlys Giesen in der Rüsselsheimer Großsporthalle. Erstes Pflichtspiel wird nur wenige Tage später am 10. Oktober das Champions League-Auswärtsdebüt gegen Shaktior Soligorsk sein. Gegen die Weißrussen feiern die Uniteds am 17.10. auch ihre Heimpremiere in der Fraport Arena. Tickets können online geordert werden.

 

Saison-Auftaktprogramm der United Volleys Frankfurt:

10.10.18 18:00 Uhr     Shaktior Soligorsk/BLR           (A/CL)
13.10.18 19:00 Uhr     SVG Lüneburg                          (A/BL)
17.10.18 19:00 Uhr     Shaktior Soligorsk/BLR           (H/CL)
20.10.18 19:00 Uhr     TV Rottenburg                         (H/BL)