BAUER SUCHT NEUE HERAUSFORDERUNG

  • United Volleys verabschieden nach drei Jahren Mittelblocker Lukas Bauer
  • Adrian Aciobanitei will sich in der Champions League beweisen
Routinier und Youngster auf neuen Pfaden: Lukas Bauer und Adrian Aciobanitei verlassen die United Volleys. (Foto: Gregor Biskup)

Der „Volleyball-Wanderer“ zieht weiter: Nach drei Jahren verabschieden die United Volleys mit Mittelblocker Lukas Bauer einen „Mann der ersten Stunde“. Der 29-jährige Ex-Nationalspieler war nach dem Erstligaaufstieg 2015 zu den Hessen gestoßen, hatte das Team also von Beginn an auf seinem bisherigen Erfolgsweg mit drei Bronzemedaillen in der Deutschen Meisterschaft und den  Halbfinalteilnahmen im DVV-Pokal und im Europacup begleitet. „Lukas ist einer, der immer wieder andere Herausforderungen sucht und einfach Lust darauf hat, neue  Regionen und Menschen kennenzulernen. Insofern sind wir besonders stolz darauf, dass er uns länger als jedem anderen Erstligaverein die Treue gehalten und sich in so außergewöhnlichem Maße mit dem Konzept der United Volleys identifiziert hat“, bedankt sich Geschäftsführer Henning Wegter bei Bauer.

Vor seinem Wechsel ins Rhein-Main-Gebiet hatte dieser vier Jahre lang für mehrere Vereine in Frankreich gespielt und zuvor mit dem VfB Friedrichshafen zwei Deutsche Meistertitel geholt.  Eine Rolle bei seiner Entscheidung für die Uniteds hatte seinerzeit das professionelle  Präventions- und Betreuungskonzept im Athletikbereich gespielt, nachdem ihn zu früherer Zeit bereits eine Schienbeinfraktur länger außer Gefecht gesetzt hatte. In den Reihen der „jungen Wilden“ wurde der „Bauer Forward“ nicht nur auf dem Spielfeld seiner Rolle als zuverlässiger Stützpfeiler gerecht. An der Seite des Routiniers reiften die Youngster Georg Escher und Tobias Krick zu gestandenen Top-Spielern in der Volleyball Bundesliga. Jetzt zieht es den Bayern zurück in die Heimat. In der kommenden Saison wird er für den TSV Herrsching am Ammersee ans Netz gehen.

Uniteds als Sprungbrett in die Champions League?

Zumindest zwei Mal wird es also auch 2018/19 ein Wiedersehen geben. „Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, dieses Ding mit den United Volleys zu starten, hier zu spielen und von Anfang an großes Vertrauen zu genießen. Jedes einzelne Jahr war eine neue, erfolgreich bestandene Challenge“, blickt Lukas Bauer, der während seiner Zeit in Hessen ein Bachelorstudium abgeschlossen hat und kurz vor dem Master steht, zurück und fügt hinzu: „Ich kann mich nur bei allen Mitspielern, beim Verein und den Fans für diese geile Zeit bedanken!“ Wer die freie Stelle im „Mainblock“ besetzen darf, wird sich in den kommenden Wochen und Monaten zeigen. „Wir verhandeln mit mehreren Spielern“, erklärt Manager Wegter. „Wichtig ist aber, dass auch in unserem vierten Erstligajahr wieder der Mix stimmt. Deshalb werden wir uns auf jeden Fall die nötige Zeit lassen.“

Gleiches gilt für die Nachfolge von Adrian Aciobanitei. Der junge Rumäne war 2016 aus Friedrichshafen an den Main gekommen und hatte besonders in seinem zweiten Jahr bei den United Volleys einen enormen Sprung nach vorn gemacht. „Dass Ady nach dieser Bombensaison kaum zu halten sein würde, war klar. Ein Spieler mit seinen Ambitionen will in die Champions League, und da gibt es dann national wie international Vereine, die auch finanziell auf einem ganz anderen Level sind. Da können wir uns nur für seinen vorbildlichen Einsatz bei uns bedanken und ihm alles Gute für die Zukunft wünschen“, verdeutlichtWegter. Umso mehr freut er sich, „dass wir in diesem Fall erneut beweisen konnten, dass junge Spieler bei uns hervorragende Möglichkeiten bekommen, sich zu begehrten Topleuten zu entwickeln – ähnlich wie bei Jan Zimmermann und Moritz Reichert, die es über die Zwischenstation Frankreich jetzt zum Deutschen Meister nach Berlin geschafft haben.“

Dauerkartenverkauf gut angelaufen

Bei den Uniteds besitzen mit den beiden Führungsspielern Patrick Steuerwald und Kapitän Sebastian Schwarz, den jungen Vize-Europameistern Moritz Karlitzek und Julian Zenger sowie Nachwuchshoffnung Lorenz Karlitzek fünf Akteure bereits Verträge für die nächste Spielzeit. Mit den übrigen laufen die Gespräche – Ausnahme ist der ausgeliehene Japaner Issei Otake, der zu seinem Arbeitgeber in die heimische Profiliga zurückgekehrt ist. „Wir haben noch mehrere Spieler, die von Anfang an bei uns sind. Veränderungen sind da derzeit ebenso noch möglich wie eine Verlängerung der Zusammenarbeit“, kündigt Henning Wegter an. Gut angelaufen ist in jedem Fall bereits der Dauerkarten-Vorverkauf: „Wir haben nach zwei Wochen fast schon genauso viele verkauft wie in der gesamten vergangenen Saison.“ Online sind weiterhin Reservierungen ab 100 Euro (ermäßigt 70 Euro) möglich.