„SONNENSCHEIN“ KRICK LÄSST UNITEDS STRAHLEN

  • Bundesligavolleyballer nach 3:0-Sieg gegen Herrsching erneut im DM-Halbfinale
  • Heimspiel gegen Meister Berlin am 18. April in der Fraport Arena
Julian Zenger und die anderen Uniteds haben in den Playoffs noch jede Menge Lust auf mehr Erfolgserlebnisse. (Foto: Gregor Biskup)

Die United Volleys schwimmen auch im dritten Erstligajahr auf der Erfolgswelle ins Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft. Nach dem 3:0 (25:16, 25:20, 25:15) im entscheidenden Playoff-Match am Sonntag gegen den TSV Herrsching haben die „jungen Wilden“ aus Hessen erneut eine Medaille sicher. „Wir haben heute von Beginn an maximalen Druck aufgebaut und dem Gegner keine Luft zum Atmen gelassen“, freute sich Cheftrainer Michael Warm über den dominanten Auftritt seiner Uniteds. Nach der deutlichen Auswärtsniederlage vor einer Woche schienen diese von Anfang an unter Beweis stellen zu wollen, wer in der Fraport Arena Herr im Haus ist. „Wenn sich Herrsching aus seiner Underdog-Rolle heraus in einen Rausch spielt, werden sie gefährlich. Dem wollten wir direkt einen Riegel vorschieben“, so Warm.

Schwarz mit überragender Erfolgsquote

So führten die Gastgeber, bei denen Kapitän Sebastian Schwarz anstelle von Moritz Karlitzek auf der Außenposition begann und mit einer überragenden Angriffs-Erfolgsquote von 67 Prozent durchspielte,  zur zweiten Technischen Auszeit des ersten Satzes dank unerbittlicher Block/Feldabwehr bereits mit 16:11. Endgültig den Zahn zog seinen früheren Mannschaftskollegen dann ausgerechnet der Ex-Herrschinger Patrick Steuerwald. Erst gewann der 1,80-Meter-Zuspieler ein Drückduell am Netz zum 19:15 und setzte unmittelbar danach ein Ass drauf. Den Satzball holte Youngster Tobias Krick, der eine zu lang geratene Annahme der Gäste im geschätzten 179-Grad-Winkel nach unten beförderte. Überhaupt war der 19-jährige „Kid Block“ derjenige auf United-Seiten, dem an diesem frühlingshaften Tag vor gut 1.300 Zuschauern geradezu die sprichwörtliche Sonne aus dem Allerwertesten zu scheinen schien.

Vom Einlauf bis zum Matchball wich das Grinsen nicht aus seinem Gesicht – kein Wunder bei der Vielzahl an Schnellangriffen, die er wie einen Strahl im Herrschinger Feld versenken konnte. Etwa zu Beginn des zweiten Durchgangs bei einer Aufschlagserie des späteren „Sports&Travel MVP“ Adrian Aciobanitei. 8:5 stand es, nachdem „Ady“ sogar einen krachledernen TSV-Block postwendend unerreichbar mit dem Kopf zurückbugsiert hatte. Bezeichnend für die Coolness der Uniteds war auch, wie sie selbst zwischenzeitliche Aufholjagden der Männer vom Ammersee umgehend zu kontern verstanden. Nachdem Herrsching auf 10:9 dran war, sorgten vier  hammerharte Aciobanitei-Aufschläge prompt für das 14:9. Und bei 14:13 punktete zunächst Schwarz aus schwieriger Position, bevor der „Krickster“ das erste von zwei Assen folgen ließ.

„Watschn“ in Satz drei

Zum Playoff-Auftakt elf Tage zuvor an gleicher Stelle hatte es nach der 10-Minuten Pause noch einen kleinen Bruch im Spiel der United Volleys gegeben. Ganz anders diesmal: Der Finalsatz sollte zu einer wahren „Watschn“ für die Gäste und ihre gut 50 mitgereisten Fans werden.  Krick-Angaben bescherten einen 6:2-Start. Mit einem spektakulären Einerblock gegen den Portugiesen Gomes, den der „Mainblock“ auch sonst kaum zur Entfaltung kommen ließ, holte Steuerwald das 11:7 und anschließend mit einer Angaben-Serie das 16:8. Kurz vor Schluss servierte der Australier Lincoln Williams mal eben drei Service-Winner hintereinander, und es hieß 23:11. Dass die Uniteds sich beim Verwandeln ihrer Matchbälle großzügig zeigten, war daraufhin nicht mehr als Ergebniskosmetik aus Herrschinger Sicht.

Im Halbfinale trifft das Rhein-Main-Team wie im Vorjahr auf Titelverteidiger Berlin, der sich gestern ebenfalls im dritten Match klar gegen Lüneburg durchsetzte. Am 14. April müssen die Hessen zunächst in der Hauptstadt ans Netz. Im vergangenen Jahr hatten beide Kontrahenten das Duell bis zum Tiebreak im Entscheidungsspiel ausgereizt. Und auch diesmal sehen sich die United Volleys keinesfalls chancenlos. „Wenn wir weiter so viel Druck erzeugen, wenig Fehler machen und noch ein paar Dinge verbessern, traue ich uns zu, erstmals den Schritt ins Finale zu machen“, findet Libero Julian Zenger, der dort schon 2017 als „Azubi“ beim VfB Friedrichshafen stand. Und Trainer Warm verspricht: „Wenn wir im Heimspiel am 18. April mit einer richtig vollen Halle genau so eine Stimmung hinbekommen wie heute, dann schaffen wir das!“