ZWEI WICHTIGE SATZGEWINNE IN FRANKREICH

  • United Volleys unterliegen Montpellier im CEV Cup knapp mit 2:3
  • Chance zum Weiterkommen im Rückspiel am 21. Dezember ist da
Einige Kleinigkeiten verbessern wollen die United Volleys, um im CEV Cup-Rückspiel in Rüsselsheim doch noch das Weiterkommen feiern zu können. (Foto: Gregor Biskup)

Mit voller Kapelle – sprich: mit komplettem Kader – waren die United Volleys zu ihrem ersten CEV Cup-Match der Saison nach Montpellier gereist und wurden auf den Rängen des „Palais des Sports Jacques Chaban Delmas“ passenderweise  von einer ebensolchen erwartet. Es lag allerdings nicht an der durchgängigen Blasmusik allein oder am Hexenkessel, den die rund 2.000 lautstarken Zuschauer den Hessen in Südfrankreich bereiteten, dass die knappe 2:3 (25:20, 21:25, 30:32, 25:20, 10:15)-Niederlage am Mittwochabend zum dramatischen Euro-Thriller wurde. Den dominierte nach nervösem Beginn zunächst die Gäste, drückten mit Assen von Moritz Karlitzek und Georg Escher sowie brachialen Blocks von Routinier Lukas Bauer dem ersten Satz ihren Stempel auf. Nicht einmal die einheimische Linienrichterin war zum Schluss vor der ungebremsten Angriffswucht des United-Australiers Lincoln Williams sicher, folgerichtig stand es 1:0.

Grosse Chance nicht genutzt

Ab Mitte des zweiten Durchgangs bekamen die Vorjahres-Halbfinalisten aus dem Rhein-Main-Gebiet allerdings „toute la rage“, also die ganze Wut, der Hausherren zu spüren. Der siebenfache französische Meister hatten sich acht Jahre nach seinem bis dato letzten internationalen Auftritt augenscheinlich einiges vorgenommen und setzten dies jetzt in die Tat um. Obwohl bei den Uniteds alle Angreifer inklusive des Rumänen Ady Aciobanitei gleichermaßen punkteten und auch weiterhin nicht mit Servicewinnern geizten, zogen die Männern des Université Club  mit einem Zwischenspurt vorentscheidend auf 21:17 davon. Auch in Satz drei legten sie meist vor, nach zwei kompromisslosen Aktionen des langjährigen Frankreich-Legionärs Lukas Bauer hatten die United Volleys beim Stand von 23:19 jedoch wieder alle Karten in der Hand.

Dann aber wechselte Montpellier-Coach Olivier Lecat bei 21:24 aus Sicht der Gastgeber seinen Ersatz-Zuspieler Hugo Caporiondo zum Aufschlag ein. Der junge Franzose rechtfertigte das Vertrauen, unter anderem mit einem Ass zum 24:24-Ausgleich, und ließ sich auch durch die kurzzeitige Unruhe, die bei einem unberechtigten Auswechselantrag der United Volleys entstanden war – Tobias Krick war zuvor bereits für einen anderen Spieler drin gewesen – nicht aus der Ruhe bringen. Nach ihrer 25:24-Führung legten fast immer die Franzosen vor, brauchten allerdings noch 13 weitere Ballwechsel, um den Widerstand der Uniteds zu brechen. „Das war sehr schade, dass wir die Gelegenheit zum 2:1 nicht genutzt haben, aber so etwas passiert“, fand Cheftrainer Michael Warm. Überhaupt hatten seine Spieler an diesem Tag ausgerechnet da Schwierigkeiten, wo sie sonst zu glänzen wissen: im Gegenangriff.

Schlag auf Schlag geht es weiter

Zu selten gelang es ihnen, nach erfolgreicher Abwehr zu punkten. „Gerade in guten Situationen waren wir oft nicht konsequent genug, während wir schlechte teilweise besser gelöst haben“, analysierte Warm. Bestes Beispiel für Letzteres war der artistische Hechtbagger, mit dem Regisseur Patrick Steuerwald eine verkorkste Annahme rettete und präzise für Angreifer Williams stellte, der eiskalt verwandelte. Im vierten Satz war dann Vize-Europameister Tobi Krick von Anfang an mit auf dem Feld und trug mit mehreren krachenden Blocks entscheidend zum Fünf-Punkte-Vorsprung bei, welchen die Uniteds bis zum Ende nicht mehr hergaben. Auch im Tiebreak schienen die Hessen nach dem 5:8 erneut zurückkommen zu können, am Schluss war es aber ausgerechnet der 19-jährige Krick – nach Knie- und Rückenproblemen noch nicht wieder bei 100 Prozent – der am Ende einiger langen Rallys mehrfach den Punkt nicht machen konnte.

„Trotzdem haben wir zwei Sätze geholt. Das ist wichtig, denn so gehen wir nicht mit leeren Händen heim, sondern haben die Chance, mit einem klaren Sieg im Rückspiel am 21. Dezember noch in die nächste Runde einzuziehen“, sah Michael Warm nach der dramatischen Partie unter den Augen des dreimaligen deutschen „Volleyballers des Jahres“ Wolfgang Kuck, der von 2004 bis 2006 selbst für Montpellier aufschlug,  keinen Anlass zu Pessimismus: „Wir müssen an vielen Kleinigkeiten arbeiten, dürfen vor allem aber das heutige Spiel nicht lange mit uns herumtragen. Es geht schließlich Schlag auf Schlag weiter.“ In der Tat müssen die United bereits am Sonntagnachmittag in der Fraport Arena gegen den TV Rottenburg antreten, dann geht es um Punkte für die Liga. Und nur drei Tage später steigt, ebenfalls in Frankfurt, das DVV-Pokal-Halbfinale gegen Rekordgewinner VfB Friedrichshafen. Tickets für beide Begegnungen können online auf www.unitedvolleys.de reserviert werden.

 

 

 

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