EIN BLOCKBUSTER UND 11 ASSE

  • United Volleys bezwingen den Deutschen Meister Berlin 3:2
  • Erstes Live-Spiel auf SPORT1 erfüllt hohe Erwartungen
Erst nervös , dann entfesselt: Die United Volleys gewinnen gegen Berlin. (Foto: Manfred Neumann)

„Es war der Fight, den wir uns erhofft und auf den wir uns gefreut haben“, dürfte United Volleys-Cheftrainer Michael Warm am späten Mittwochabend nicht nur knapp 2.700 Besuchern in der Frankfurter Fraport Arena, sondern auch den Zuschauern zuhause vor den Bildschirmen aus der Seele gesprochen haben. Mit 3:2 (14:25, 25:23, 25:27, 25:18, 15:10) hatten seine „jungen Wilden“ da gerade die Berlin Recycling Volleys bezwungen. Tatsächlich konnte man schon Tage vor dem Match gegen den amtierenden Deutschen Meister nicht nur in den sozialen Medien den Eindruck gewinnen, dass hier wirklich die gesamte nationale Volleyballfamilie dem ersten bundesweiten Live-TV-Spiel seit über 20 Jahren auf SPORT1 entgegenfieberte.

„Drei brutal gute Aufschlagspieler“

Einen Satz lang sah es allerdings danach aus, als könnte dieses große Ereignis zur einseitigen Angelegenheit werden. Während das Champions League-Team aus der Hauptstadt seine ganze Erfahrung und Routine ausspielte, lief bei den Uniteds in Annahme, Abwehr und Angriff nicht viel zusammen. Zehn Zähler betrug der Rückstand bereits bei der zweiten technischen Auszeit, nachdem den Berlinern wieder und wieder lange Punkteserien gelungen waren. „Da hatte ich schon etwas Sorge, dass die uns heute 3:0 abschießen“, bekannte Michael Warm. In Durchgang zwei präsentierten sich seine Männer zunächst vor allem in der Defensive bissiger und bescherten dem Publikum einige spektakuläre und umkämpfte Ballwechsel. Dennoch lagen die BR Volleys zwischenzeitlich bereits wieder mit vier Punkten in Front. „Zum Ende des Satzes haben sie dann einen Moment lang nicht aufgepasst, und da haben wir Morgenluft gewittert“, so Warm.

Plötzlich stand es 22:22, ein Monsterblock des eingewechselten Youngsters Tobias Krick brachte die erste Führung. Der 19-jährige Vize-Europameister besorgte per Schnellangriff auch den Satzball, den mit Moritz Karlitzek derjenige United-Spieler verwandelte, der schon zuvor mit beeindruckender „Airtime“ und explosivem Armzug die nachhaltigsten Glanzlichter im Angriff gesetzt hatte. Der daraus resultierende Bruch im Spiel der Berliner hatte von nun an einen offenen Schlagabtausch zur Folge, bei dem besonders die Aufschlagspezialisten im Team der Hessen zu großer Form aufliefen. „Mit Lincoln Williams, Moritz Karlitzek und Ady Aciobanitei haben wir drei brutal gute Aufschlagspieler im Kader, die heute alle zeigen konnten, was sie drauf haben“, lobte der Trainer. Den Anfang machte der Australier Williams, der mit drei Assen in Serie ein 13:15 zur Auszeit-Führung drehte.

Steuerwald mit drei Punkten erfolgreichster Blocker

Der spätere MVP Karlitzek wollte nicht nachstehen und steuerte seinerseits einen Servicewinner bei. Da die Gäste ihrerseits nach Kräften dagegenhielten, ging der Durchgang in die Verlängerung – nun wieder mit dem besseren Ende für die Berlin Recycling Volleys. Die größte Lust auf den Tiebreak schien danach einer zu haben, der zu Beginn des Matches noch am meisten gewackelt hatte. Beim Stand von 11:8 im vierten Satz Schritt der junge Rumäne Ady Aciobanitei zur Angabe – Erst bei 16:9 wechselte wieder das Aufschlagrecht. Vier Asse in Folge hatte „Graf Attackula“ zwischenzeitlich serviert. Der neuerliche Satzausgleich war daraufhin nur noch Formsache. Im Entscheidungssatz brachte ein Einerblock von Georg Escher die United Volleys erstmals mit drei Punkten in Vorteil. Nachdem die Berliner noch einmal zum 9:9 ausgeglichen hatten, war es ausgerechnet Zuspieler Patrick Steuerwald, der mit einem wild entschlossenen Block – im gesamten Match erzielte der 1,80-Meter-Blockbuster auf diese Weise sogar drei Punkte – den Schlussspurt anzog.

Ein weiteres Karlitzek-Ass, insgesamt der elfte United-Aufschlagpunkt, Schickte die Hausherren endgültig auf die Siegerstraße. Kurz darauf versenkte Tobias Krick den entscheidenden Block zum 15:10. „Wir haben immer an uns geglaubt, ich bin unglaublich stolz auf die Mannschaft“, jubelte Cheftrainer Warm, dessen anschließende Heiserkeit nicht dem Spielverlauf, sondern einer Erkältung geschuldet war. Auch Zuspiel-Talent Jannis Hopt sowie Kapitän und Rekonvaleszent Sebastian Schwarz hatten zuvor bei Kurzeinsätzen ihren Teil zum Sieg gegen den Meister beigesteuert. Gerade einmal 21 Jahre hatte zwischenzeitlich das Durchschnittsalter auf Seiten der Uniteds betragen.  „Es wird sich jetzt keiner ausruhen, nur weil wir Berlin geschlagen haben. Von dem, was ich mir vorstelle, dass wir es einmal spielen können, sind wir nämlich noch weit weg“, versprach Michael Warm. Mit dem DVV-Pokal-Viertelfinale in Solingen steht schließlich bereits am Sonntag das nächste bedeutende Match an.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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