EIN ASS MIT LINKS WIRD ZUM „DREHMOMENT“

  • United Volleys erkämpfen sich 3:1-Heimsieg gegen Herrsching
  • Cheftrainer Warm: „Bin ziemlich stolz auf die Jungs“

Fast hätte man glauben können, dass Herrschings Trainer Max Hauser seinem slowakischen Zuspieler Michal Sladecek einen kleinen Streich spielen wollte, als er ihm bei der „Sports&Travel MVP“-Ehrung nach der Partie gegen die United Volleys in der Frankfurter Fraport Arena  ausgerechnet Vize-Europameister Tobias Krick an die Seite wählte. Zumindest posierte 1,79-Meter-Mann Sladecek etwas zögerlich neben dem ganze 32 Zentimeter größeren – dafür aber 18 Jahre jüngeren – United-Mittelblocker für das obligatorische Foto. Verdient hatte sich der Routinier mit dem markanten Kahlkopf die Ehrung allemal, trug er doch in den 111 vorangegangenen Spielminuten maßgeblich dazu bei, dass sich die Hausherren ihren 3:1 (20:25, 30:28, 25:20, 25:22)-Sieg gegen die Gäste aus Bayern hart erarbeiten mussten.

„Ich bin ziemlich stolz auf die Jungs, dass sie es geschafft haben, sich gegen einen über weite Strecken unglaublich selbstbewussten und abgezockten Gegner noch so in das Match reinzubeißen“, resümierte denn auch United-Cheftrainer Michael Warm. In der Tat legte der TSV Herrsching vor knapp 1.100 Zuschauern von Beginn an beeindruckend los. Neben eigener Aufschlag- und Angriffspower glänzten die Männer vom Ammersee mit enormer Abwehrstärke – personifiziert vom langjährigen deutschen Nationallibero Ferdinand Tille. Zudem wurden selbst die härtesten und platziertesten Angriffsbällen der Gastgeber  ein ums andere Mal krachend abgeblockt – das schnelle 0:1 nach Sätzen war die Folge.

Aciobanitei als Abwehr-Abräumer und ansatzloser Aufschläger

In Durchgang zwei schienen sich die United Volleys zunächst schadlos zu halten, nachdem die Angriffsmaschine, in der auf der Diagonalposition diesmal der australische Nationalspieler Lincoln Williams den Vorzug vor dem Japaner Issei Otake erhalten hatte, endlich in Gang kam und auch der „Mainblock“ in wichtigen Situationen immer öfter zur Stelle war. Bester Beleg für den nunmehr erwachten Kampfgeist des Rhein-Main-Teams war die beherzte Abwehraktion von Adrian Aciobanitei, der ohne Rücksicht auf Verluste die halbe Spielerbank abräumte. Eine kuriose Szene gab es beim Stand von 20:17, als Zuspieler Patrick Steuerwald zur Angabe schritt, Schiedsrichterin Heike Kraft auch bereits angepfiffen hatte, während Kapitän Sebastian Schwarz von draußen aufgeregt einen drohenden Rotationsfehler signalisierte.

Im Laufschritt eilte daraufhin Aciobaitei an die Linie, brachte gerade noch innerhalb des Acht-Sekunden-Limits einen Flatteraufschlag zustande, um wenige Momente und einen kompromisslosen Block von Moritz Karlitzek später den Punktgewinn zum 21:17 zu bejubeln. Bald darauf war allerdings schon wieder Schluss mit lustig, als die Uniteds drei Satzbälle in Folge nicht nutzen konnten und es auf einmal 24:24 stand. Gleich drei Mal mussten sie anschließend sogar den drohenden 0:2-Satzrückstand abwenden. Dann schnappte sich Kraftpaket Williams den Ball, punktete bei eigenem Service zunächst im Angriff und setzte mit seiner brachialen Linken ein lupenreines Ass zum 30:28 drauf. „Der Satzgewinn war entscheidend, dadurch konnten wir das Match noch einmal drehen“, stellte Mittelblocker Georg Escher später im „VIP Talk“ fest.

Zwei starke Mittelblocker mit stolzer Punktbilanz

Dazu trugen er und sein Nebenmann Tobias Krick nach Kräften bei, wurden von Regisseur Steuerwald zunehmend gesucht und kamen schließlich auf zusammen 26 Punkte. Obwohl Herrsching weiterhin ausdauernd abwehrte, hatten die United Volleys auch bei langen Ballwechseln nun meist das bessere Ende für sich. Einen kleinen Rückstand am Anfang von Satz drei hatten sie beim 13:10 umgebogen und bauten ihren Vorsprung von da an kontinuierlich weiter aus. Satz vier begann direkt mit einer Steuerwald-Aufschlagserie zum 3:0, die vorentscheidenden Punkte zum 18:14 und 20:16 besorgte die „Berliner Mauer“ Escher persönlich per „Monsterblock“.  Insgesamt fünf Mal machte der 22-jährige, in seiner dritten Saison am Main fast schon ein United-Urgestein,  bei Herrschinger Angriffen erfolgreich die „Luke dicht“.

„Man sieht einfach, dass wir vor dieser Saison wiederum mit einer sehr jungen Mannschaft neu angefangen haben“, sah sich Michael Warm vom engen Spielverlauf bestätigt: „Nur weil einer sich das United-Trikot überzieht, wird er ja nicht von einem Tag auf den anderen zum erfahrenen Bundesliga-Spitzenspieler, der automatisch ganz oben mitspielt.“  Zur Abwechslung steht für die United Volleys am kommenden Mittwochabend das Pokal-Achtelfinale beim Zweitligisten Karlsruhe auf dem Programm. Danach warten zwei spielfreie Wochenenden und anschließend der Kracher gegen den Deutschen Meister Berlin am 22. November in der Fraport Arena. Als erstes Live-TV-Spiel der Männer-Bundesliga auf SPORT1 wurde die Partie auf den Mittwochabend verlegt. Tickets können auf www.unitedvolleys.reservix.de online erworben werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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