„Wir haben sie bezwungen“

Es ist das Spiel um das Finale. Für Berlin die Chance das zweite Spiel der Best-of-Five Serie zu gewinnen, für Frankfurt ist es die Aufholjagd. Das bessere Ende gibt es zum Schluss für die United Volleys.

Der erste Satz beginnt bereits genauso spannend, wie es das ganze Spiel werden soll. Berlin muss noch vor dem ersten Ballwechsel Nationalspieler Ruben Schott wegen Oberschenkelproblemen vom Feld nehmen. Frankfurt startet in das Spiel gut, holt sich Ball um Ball und geht in Führung (4:0). Für die Gastgeber United Volleys ein wichtiger ‚Boost‘. Sie können den Druck im Block und Angriff aufrechterhalten, kratzen die Bälle aus jeder Ecke. Bei 12:7 sieht sich Cedric Enard – Headcoach der Berlin Recycling Volleys – gezwungen eine Auszeit zu nehmen. Ohne Erfolg! Die United Volleys lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Nehmen die Energie der Heimfans mit und bauen eine Führung von 15:8 aus. Kurzzeitig scheint es so, dass eine Aufschlagserie von Samuele Tuia, Berlin wieder aufwachen lässt und aufholen, jedoch beweisen die Frankfurter weiterhin Stärke und gewinnen den Satz mit 25:22 für sich.

Anders als der erste Satz, geht es im zweiten recht ausgeglichen los. Frankfurt behält jedoch stets die Oberhand und dominiert besonders im Block und Angriff. In der Crunchtime geht Berlin kurzzeitig in die Führung (20:21), doch die Frankfurter Jungs behalten einen kühlen Kopf und entscheiden auch diesen Satz für sich (25:22).

Der 3. Satz geht gut los. Viktor Lindberg schlägt am 3er-Block vorbei und weitet die Führung weiter aus (7:4). Die Gäste aus der Hauptstadt lassen das nicht auf sich sitzen und gleichen bei 8:8 aus. Beide Mannschaften halten es weiter spannend. Berlin schafft es immer öfter bei den Gastgebern durchzukommen, während Frankfurt weiter Druck aufbaut. Zur Crunchtime kann Berlin zwei Matchbälle abwehren. In der Satzverlängerung entscheidet dann die Challenge den Satzgewinn für die Gäste (26:28)

Der 4. Satz beginnt mit viel Feuer auf beiden Seiten – es kommt sogar zu einer Auseinandersetzung. Berlin nutzt die Chance und geht mit 5:9 in Führung. So leicht geben die Frankfurter jedoch nicht auf. Durch kleine Fehler der in der Bundesliga bisher ungeschlagenen BR-Volleys, gelingt es Frankfurt kurzzeitig an den Ausgleich nah zu kommen. Die Hauptstädter zeigen dann jedoch, weshalb sie an erster Stelle der Tabelle stehen und machen Punkt für Punkt. Bei einem Punktestand von 12:21 scheint der Satz dann jedoch schon mehr oder weniger entschieden. Zwei Punkte können sie noch machen, dann heißt es jedoch „Tie-Break“ für das zweite Playoff Halbfinale zwischen Titelverteidiger Berlin und die Frankfurter Jungs

Im Tie-Break steht wieder alles offen. Mit der Unterstützung von 1.100 Heimfans starten die United Volleys wieder ganz frisch. Im nur 15 Punkte langen Satz haben die Frankurter von Beginn an wieder die Oberhand und bauen sich ein stabiles Polster von 4 Punkten Führung aus (7:3). Mit zwei Hammerangriffen durch den wieder einsatzfähigen Daniel Malescha und einer tobenden Halle gelingt der hessischen Mannschaft das, was bisher nur der VfB Friedrichshafen im Pokalhalbfinale geschafft hat – Sie bezwingen die Berlin Recycling Volleys!

„Die ersten zwei Sätze waren wir wirklich gut und haben auch im dritten vieles richtig gemacht. Den nach Matchbällen zu verlieren, war ein herber Dämpfer. Der Tiebreak ist dann immer ein bisschen Lotterie. Zum Glück erwischten wir dort den besseren Start. Wir konnten die Berliner Annahme über weite Strecken gut unter Druck setzen und haben die Außenangreifer lange Zeit im Griff gehabt. Als Team haben wir es heute einfach genossen, hier Volleyball zu spielen. Für uns ist es ein großartiger Abend.“ – MVP Daniel Malescha.

Außenangreifer Jonas Reinhardt hat zum Spiel nochmal eine ganz Persönliche Nachricht an die Fans verfasst:

„Was ein verrücktes Spiel!

Heimspiel – vor einer Kulisse, die sich in Coronazeiten seit langem mal wieder sehen lassen konnte und mit dem aktuellen Deutschen Meister ein auf dem Blatt Papier überlegenen Gegner auf der anderen Seite des Netzes. Wenn man den Quoten der Wettanbieter glauben schenken mochte, waren die Recycling Volleys aus Berlin der klare Favorit. Doch schon die letzten beiden durchaus knappen Sätze des ersten Spiels von vor drei Tagen machten Hoffnung und bewiesen, dass die Hauptstädter uns nicht auf die leichte Schulter nehmen dürfen.
In den ersten beiden Sätzen lief alles für uns. Nahezu jeder knappe Ballwechsel, jede Challenge und viele knifflige Situationen gingen nach Frankfurt und zack stand es 2:0 für uns. Ein umkämpfter dritter Satz endete ein wenig unglücklich 26:28 gegen uns. Aber glattes 3:0 wäre auch zu viel verlangt. Satz Nr. 4 ging dann deutlich nach Berlin. Man hatte das Gefühl, die Jungs haben all ihre Kräfte gesammelt und konzentriert in den alles entscheidenden fünften Satz gelegt. Allen voran ein zum wiederholten Male überragender Daniel Malescha, der später völlig verdient zum MVP erkoren wurde, ließen wir den Berlinern im letzten Satz keine Chance. So steht es im Rennen um den Einzug ins Finale zur Deutschen Meisterschaft 1:1.
Weiter geht es kommenden Mittwoch um 19:30 Uhr in der Berliner Max-Schmeling-Halle. Ich bin gespannt, was das Kapitel Halbfinale dort für uns bereithält.

In Liebe
euer Jonas“

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