„Wir können nur gewinnen“

Frankfurter wollen Außenseiter-Chance nutzen: „Wir können nur gewinnen“. Vor dem ersten Playoff-Halbfinale in Berlin: Uniteds gehen bei den Recyclings ans Netz

Unterschiedlicher können die Voraussetzungen nicht sein: Die einen – die Recyclings aus Berlin – haben als klarer Favorit viel zu verlieren, die anderen – die United Volleys aus Frankfurt – haben mit dem Halbfinale ihr Saisonziel bereits erreicht. Und profitieren werden bei diesen Halbfinalspielen im Modus „Best of five“ dann vor allem die Zuschauerinnen und Zuschauer, die zwei der besten deutschen Mannschaften erleben.

„Wir können nur gewinnen und gehen deshalb mit der entsprechenden Stimmung in die Spiele mit den Berlinern“, freut sich die Frankfurter Volleyball-Legende Jochen Schöps. Der Favorit aus Berlin – immerhin elffacher Meister – hätte zwar nicht bereits in dieser Runde der Gegner sein müssen, doch nun freut er sich auf das besondere Ambiente zum Auftakt in der Berliner Max-Schmeling-Halle (Mittwoch 19.30 Uhr/twitch.tv/spontent_one). „Jetzt wieder vor und mit Zuschauern spielen zu können, das ist noch einmal etwas ganz Besonderes.“

Ähnlich sieht es United-Trainer Christophe Achten: „Das Saisonziel ist erreicht, jetzt kommen die Extras, auf die wir uns freuen.“ Dabei kann der Chefcoach auf einen nach Verletzungspause wieder immer stärker werdenden Diagonalspieler Daniel Malescha bauen. „Das macht uns 25 Prozent stärker, weil Jochen (Schöps) auf anderen Positionen eingesetzt werden kann.“  So zum Beispiel wie zuletzt um den Druck im Aufschlag zu erhöhen. Dass er, wie die Kommentatoren von der Streamingplattform „BounceHouse“ behaupten, 27 verschiedene Aufschlagvarianten beherrsche, weist Schöps in das Reich der Fabel: „Jeder Aufschlag ist anders, jeder ist in seiner Situation einzigartig“ – also eigentlich Tausende.

Unter Druck stehen dagegen die Berliner vor dem Halbfinale um die deutsche Volleyball-Meisterschaft. „Wir haben eine sehr konstante Saison gespielt. Jetzt müssen wir auf der Hut sein, dass wir am Ende nicht mit leeren Händen dastehen“, sagte Recycling-Geschäftsführer Kaweh Niroomand der Deutschen Presse Agentur vor dem ersten Spiel der Playoff-Serie.

Er hat gegenüber seinem Team deutlich gemacht, dass so etwas wie beim Pokal-Aus gegen Friedrichshafen nicht noch einmal passieren dürfen. Ein drittes Aus – nach dem nicht unbedingt überraschenden in der Champions League – würde die Stimmung bei den erfolgsverwöhnten Berlinern mehr als nur trüben.

Das zweite Spiel findet am Samstag um 19 Uhr in der Frankfurter Ballsporthalle statt. Und bei den Spielen dort gegen die Berliner haben die Uniteds gezeigt, dass sie den Favoriten durchaus mehr als ärgern können. Sowohl beim Pokal- als auch beim  Playoff-Spiel war durchaus mehr als die jeweilige 1:3-Niederlage drin.

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