SCHNEEFREIE BALL-SCHLACHT IN FRANKFURT

  • United Volleys schaffen Sensationssieg gegen BR Volleys
  • Mit Youngstern Reinhardt und Hüger 0:2-Rückstand gedreht
Freude bei Jonas Reinhardt und den United Volleys nach dem Tiebreak-Sieg gegen Berlin. (Foto: Corinna Seibert)

Eisregen und Schneefälle waren für die Nacht von Samstag auf Sonntag im nördlichen Teil Deutschlands angekündigt. Das dürfte allerdings nicht der Grund gewesen sein, warum das Starensemble der Berlin Recycling Volleys nach einer scheinbar komfortablen 2:0-Führung im Bundesligaduell mit den United Volleys Frankfurt noch etwas länger im vergleichsweise warmen Hessen zu verweilen wollen schien. Nach drei weiteren mitreißenden Sätzen triumphierten dann tatsächlich noch die Gastgeber in der Fraport Arena mit 3:2 (21:25, 20:25, 25:23, 25:23, 15:10) und sicherten sich zwei unerwartete Punkte im Rennen um die beste Playoff-Ausgangslage. Dabei waren die Frankfurter schon in den Durchgängen eins und zwei gegen den Tabellenzweiten und Champions League-Teilnehmer keinesfalls chancenlos gewesen.

Aus „Super Mario“ wird „Monster Mario“

In beiden legten sie einen guten Start hin und lagen zwischenzeitlich mit bis zu vier Punkten in Front. In der Mitte lieferten dabei erneut der Argentinier Facundo Imhoff und Nationalspieler Noah Baxpöhler zuverlässig ab. Auch in Sachen Block-Abwehr waren die Uniteds mit ihrem reaktionsschnellen japanischen Libero Satoshi „Idefix“ Ide von Beginn an hellwach. Am Ende der Sätze war es aber vor allem der Berliner Block, der den Hausherren den Zahn zog. Speziell der Brasilianer Renan Michelucci brannte zeitweise ein wahres Feuerwerk ab. „Wir haben es anfangs erneut mit Daniel Malescha im Außenangriff und Jochen Schöps auf Diagonal versucht. Die zwei haben das wie immer einwandfrei gemacht, trotzdem mussten wir beim Stand von 0:2 einfach umstellen“, analysierte später United-Cheftrainer Juan Manuel Serramalera.

Ab Satz drei wechselte „Malle“ auf seine gewohnte Diagonalposition, in die Annahme rückte der junge Jonas Reinhardt. Der knüpfte nahtlos an seine starke Vorstellung aus der Vorwoche in Unterhaching an und ließ sich in der Annahme von den Berliner Vollgas-Angaben ebenso wenig wie bei der Abwehr diverser Angriffshämmer nicht aus dem Konzept bringen. Zu großer Form lief nun aber vor allem Zuspieler Mario Schmidgall auf. Der 22-jährige, nach dem Langzeit-Ausfall von Kapitän und Stammregisseur Matthias Valkiers zum ersten Ballverteiler aufgerückt, mutierte vom „Super Mario“ zum „Monster Mario“. Insgesamt fünf Blocks knallte er den großen BR Volleys-Namen im Spielverlauf vor die Füße. Zudem stopfte er noch einmal genauso viele Bälle im Angriff rein. Dazu steuerte „Mister Zuverlässig“ Daniel Malescha entscheidenden Punkte bei.

„Stolz auf diese unglaubliche Gruppe“

Nach dem Anschluss zum 1:2 wurde in Durchgang drei verbissen gekämpft, kein Team wollte den Gegner davonziehen lassen. Zunächst machte Berlins Top-Angreifer Benjamin Patch die United-Annahme mit einem Service-Winner patch-nass. Weltklasse-Zuspieler Sergey Grankin legte höchstpersönlich mit einem halben Hinterfeld-Angriff vor. Dann aber blockte nach Imhoff auch Reinhardt Patch und versenkte aus gefühlt gleicher Abschlag­­höhe wie der Amerikaner den Ball zur 19:18-Führung. Mit einer Mega-Rally nach der anderen wurde die Partie zur schneefreien Ball-Schlacht. Nach vergebenem erstem Satzball verletzte sich Rodrigo Quiroga ausgerechnet beim 24:23. Für ihn kam der 17 Jahre alte Linus Hüger, Malescha machte den Deckel zum 2:2 drauf.

Jonas und Linus – Träger solcher Namen sind meist nicht allzu weit vor der Jahrtausendwende zur Welt gekommen. Reinhardt und Hüger dürften Grankin & Co. kaum ein Begriff gewesen sein. Genau sie waren es aber, die im Tiebreak das Spielgerät weiter ins Berliner Feld blockten und prügelten. „MVP“ Schmidgall steuerte ein Ass bei, Topscorer Malescha einen cleveren Leger, und der Sieg war den Uniteds nicht mehr zu nehmen. „Ich bin stolz auf diese unglaubliche Gruppe und die Art, mit der sie auf schwierige Situationen reagiert“, jubilierte Coach Serramalera. „Jonas hat bei uns in wenigen Wochen eine Riesenentwicklung gemacht, und auch Linus war fantastisch. Vor allem aber hat das ganze Team sie unterstützt und gestärkt – Das macht mich einfach nur glücklich.“

 

 

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