REINHARDT KOMMT REIN UND SCHLÄGT EIN

  • United Volleys mit Auswärtssieg vorerst Tabellenvierter
  • Nachricht vom Saison-Aus für Kapitän Valkiers dämpft Freude
„Facu“ Imhoff versenkte gegen Haching zehn von elf Angriffen, dazu zwei Blocks. (Foto: Corinna Seibert)

Mit einem deutlichen 3:0 (25:19, 25:23, 25:23)-Auswärtssieg beim TSV Unterhaching haben die United Volleys Frankfurt am Sonntagnachmittag mit Rang vier ihre bislang beste Tabellenposition in dieser Saison erklommen. „Das war unser Ziel für dieses Wochenende: Alle drei Punkte mit nach Hause bringen und möglichst ohne Satzverlust bleiben. Beides haben wir geschafft“, freute sich Cheftrainer Juan Manuel Serramalera. „Wir hätten allerdings besser spielen können“, war er sich am Ende der 74 Spielminuten bewusst, „aber vor dem Hintergrund, dass wir wieder nicht mit unserer Stammbesetzung antreten konnten, war das schon ganz in Ordnung.“ Von Vornherein zuhause geblieben war Außenangreifer Tim Grozer, der seinen lädierten Knien noch etwas Schonung gönnen sollte.

Acht United-Blocks im ersten Satz

Vorsicht angesagt war auch im Zuspiel für Mario Schmidgall nach seinen Wadenproblemen unter der Woche. So führte erneut von Anfang bis Ende Nationalmannschaftshoffnung Leon Dervisaj Regie. Daniel Malescha fand sich einmal mehr in der Außenannahme wieder, die Diagonal­position besetzte Routinier Jochen Schöps – auch das inzwischen kein gänzlich ungewohntes Bild mehr bei den Uniteds. Die schafften es zumindest im ersten Durchgang, die angestrebte Dominanz beim Aufsteiger aus dem Münchener Umland zu entfalten. In diesem packten sie allein im Block ganze acht Mal erfolgreich zu. Noah Baxpöhler und Facundo Imhoff kamen zudem immer wieder mit ihren Schnellangriffen durch. Nach einer akrobatischen Rettungstat zum 14:6, diesmal per Fuß statt mit der „Hand Gottes“, verließ Rodrigo Quiroga frühzeitig das Feld.

Der argentinische Olympiateilnehmer hatte am Donnerstag gegen Giesen eine Galavorstellung in der Fraport Arena abgeliefert. Für ihn kam zunächst der 17-jährige Linus Hüger ins Spiel. Kleinere Nachlässigkeiten und Abstimmungsprobleme, die sich die Gäste zum Satzende hin leisteten, trugen dazu bei, dass Unterhaching nach dem Seitenwechsel mit gestärktem Selbstbewusstsein zurückkehrte. Bis zum 17:19 waren die Uniteds hintendran. Gegen die nun mit vollem Risiko aufschlagenden Hausherren war die Annahme nicht immer sattelfest, die Angriffe blieben öfter im Bayern-Block hängen oder wurden von der Hachinger Abwehr entschärft. Kurz vor Schluss zog Coach Serramalera sein letztes Angriffs-Ass und brachte Jonas Reinhardt für Youngster Hüger. Der Bad Kreuznacher führte sich direkt mit dem Anschlusspunkt zum 18:19 ein.

Stamm-Zuspieler am Sonntagmorgen operiert

„Für die Leistungsträger, die heute pausieren durften, haben andere ihre Chance bekommen und genutzt“, lobte Juan Manuel Serramalera. Und wie: Nachdem Schöps und Imhoff (diesmal Topscorer mit 91 Prozent Erfolgsquote) zwei Satzbälle herausgeholt hatten, war es erneut Reinhardt, der seinem Namen alle Ehre machte und den Ball kompromisslos zum 25:23 ins gegnerische Feld donnerte. Auch im dritten Satz blieb er mit einem Angriffspunkt und einem Block zunächst fehlerfrei, stabilisierte darüber hinaus die Frankfurter Annahme. Dank engagierter Defensivarbeit zogen die Gastgeber dennoch bis auf drei Punkte davon. Erst ein Block des hereingekommenen Jakob Günthör wendete das Blatt zum 18:17. Beim 22:21 zog noch einmal Reinhardt durch. Kurz darauf war das Match durch einen Hachinger Aufschlagfehler beendet.

Die United Volleys waren mit einer traurigen Nachricht in die Partie gegangen: Kapitän Matthias Valkiers hatte sich am Vorabend ins Klinikum Frankfurt Höchst begeben müssen und war bereits Sonntag früh an der Bandscheibe operiert worden. Während der zurückliegenden Wochen hatte er vergeblich versucht, seinen lädierten Rücken wieder fit zu bekommen. Zuletzt waren die Schmerzen einfach zu stark geworden. „Zum Glück ist der Eingriff optimal verlaufen“, hatte Serramalera von Mannschaftsarzt Dr. Christian Hesse erfahren. „Möglicherweise war heute auch ein wenig in den Köpfen drin. Aber jetzt hoffen wir, dass Matthias vollkommen gesund zurückkehren wird.“ Bis zum Saisonende fällt der erfahrene belgische Nationalzuspieler aufgrund der nun anstehenden Reha aber in jedem Fall aus.

 

 

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