ARGENTINIER QUIROGA MIT DER „HAND GOTTES“

  • United Volleys nach Sieg gegen Giesen zurück auf Platz fünf
  • Punktejagd geht Sonntag auswärts in Unterhaching weiter
Facundo Imhoff und Leon Dervisaj überzeugten gegen Giesen mit schnellen Kombinationen. (Foto: Corinna Seibert)

Der Rückblick auf ein „Spiel unter schwierigen Umständen“ scheint bei Juan Manuel Serramalera in dieser Saison fast zur unfreiwilligen Standard-Ansage zu werden. Umso glücklicher war der argentinische United Volleys-Cheftrainer, damit am Donnerstagabend nach dem 3:2 (25:20; 30:32, 25:19, 22:25, 15:11)-Heimsieg gegen die Helios Grizzlys Giesen eine positive Matchbilanz einleiten zu können. Einmal mehr hatte er verletzungsbedingt auf wichtige Spieler im Kader verzichten müssen. Neben Kapitän Matthias Valkiers (Rücken) und Tim Grozer (Knie), die beide von der Tribüne aus zuschauen mussten, fiel mit Mario Schmidgall (Wadenzerrung) kurzfristig eine weitere Stammkraft der zurückliegenden Wochen aus.

Endlich „so wertvoll wie ein kleines Steak“

Als einzig verbleibender Zuspieler musste damit Leon Dervisaj über die volle Distanz ran. Der 24-jährige Silvester-Zugang konnte dabei beweisen, dass seine kurzfristige Verpflichtung für die Frankfurter ein echter Glücksgriff war. Von seinen schnellen Pässen profitierte, nach kurzer Eingewöhnungsphase, speziell Mittelangreifer Facundo Imhoff. Er kam am Ende auf stolze 19 Punkte bei einer Erfolgsquote von 75 Prozent. Und noch ein weiterer Serramalera-Landsmann hatte einen starken Tag erwischt. Der langjährige Nationalmannschaftskapitän und Olympionike Rodrigo Quiroga, in den vergangenen Wochen oft etwas glücklos unterwegs, glänzte diesmal in nahezu allen Elementen und war mit seinen 1,90 Metern endlich so wertvoll wie ein (kleines) argentinisches Steak.

In der Annahme waren seine Werte ähnlich überragend wie die des japanischen Über-Liberos Satoshi Ide. Im Angriff war er – mal mit dem cleveren Leger, mal knallhart am Block vorbei – ein ums andere Mal erfolgreich. Und im Block beeindruckte er als spektakulärer Einhand-Hasardeur vor dem selbst verwandelten Punkt zum 22:16 in Durchgang eins. Diesen hatten die Uniteds fast von Beginn an dominiert. Der von Imhoff verwandelte Satzball zum 25:20 war die logische Konsequenz. Im zweiten Satz schienen sich die Hausherren dann aber auf ihr im Saisonverlauf entwickeltes Faible für größere Punkterückstände zu besinnen. Nach einem 0:4-Start hieß es irgendwann sogar 9:18 gegen nun selbstbewusster aufspielende Grizzlys, die vor allem den Aufschlagdruck massiv erhöht hatten.

Neun-Punkte-Aufholjagd in Satz zwei

Doch die neue Leidenschaft der Uniteds beinhaltet eben auch das Aufholen solcher Rückstände. Durch eine Angabenserie von Daniel Malescha, der erneut auf der ungewohnten Außenposition überzeugte, arbeiteten sie sich in einem Rutsch auf 17:19 heran. „Facu“ Imhoff blockte Giesens Mayaula zum 22:23, den Ausgleich besorgte nach langer Rally der spätere „MVP“ Jochen Schöps mit einem gefühlvollen Lob in die Feldmitte der Niedersachsen. Sogar zwei eigenen Satzbälle holten sich die Frankfurter. Als dann aber Schöps gleich doppelt nicht durchkam, war der 1:1-Ausgleich passiert. Das frisch getankte Selbstbewusstsein nahmen die Gastgeber dennoch mit in Durchgang drei.

In dem ließ ein „göttlicher“ Quiroga-Trickshot mit viel Handgelenk zum 16:13 fast ein wenig an eine (allerdings weniger legale) Aktion seines Landsmanns Maradona zurückdenken und wurde zur Vorlage für den klaren 25:19-Satzgewinn. Abstimmungsprobleme und Missverständnisse kosteten danach den vierten Durchgang und einen Punkt für die Tabelle. Daran konnte auch die nächste Malescha-Aufschlagserie von 19:24 auf 22:24 nichts ändern. Ein lupenreines „MaleschAss“ zum 12:9 brachte dafür die Vorentscheidung im Tiebreak, den Noah Baxpöhler kurz darauf durch die Mitte beendete. „Dieses Resultat eröffnet uns die Möglichkeit, weiter um die vorderen Plätze im Verfolgerfeld mitzuspielen“, war Coach Serramalera zufrieden. Dazu bedarf es, vor allem mit Blick auf noch ausstehende Partien der Konkurrenz, am Samstag eines Siegs in Unterhaching, um den wiedererklommenen Rang fünf zu sichern und auszubauen.

 

 

 

 

 

 

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