IN DER HAUPTSTADT GEWINNT MAN NUR (MIT) URBAN

  • United Volleys am Wochenende doppelt in Berlin gefordert
  • Auf den Titelfavoriten folgen die Juniorennationalspieler
Gegen den VCO Berlin durfte sich Mario Schmidgall länger im Zuspiel beweisen. (Foto: Marcel Lorenz)

Zwei Mal Berlin, zwei Mal das gleiche Ergebnis – einmal zu Gunsten und einmal zu Ungunsten der United Volleys. Von ihrem Doppeleinsatz am Wochenende brachten die Frankfurter ein 0:3 gegen den amtierenden Pokal- und Supercup-Sieger Berlin Recycling Volleys (18:25, 18:25, 17:25) und ein 3:0 (25:20, 25:21, 25:18) gegen die Juniorennationalspieler des VC Olympia mit nach Hause. „Diese drei Punkte wollten wir unbedingt holen, und das haben wir geschafft“, war Cheftrainer Juan Manuel Serramalera insgesamt zufrieden mit dem Trip in die Hauptstadt. Die deutliche Niederlage gegen den Abonnement-Meister wollte er nicht überbewertet: „Das war ein Gegner, der nach den Ausrutschern davor sehr konsequent aufgetreten ist und eben über Spieler von einem Kaliber verfügt, das normalerweise dem gesamten Rest der Liga überlegen ist.“

„Schwer da gegenzuhalten“

Dementsprechend konnten die Uniteds alle drei Sätze nur zu Beginn offen gestalten. Mit einem sicheren Sideout und einer stabilen Abwehr um den Ex-United Julian Zenger setzten sich die Hausherren danach vorzeitig ab. Erst zum 4:4 in Durchgang zwei konnte Jakob Günthör in der Mitte erstmals Berlins Nationalspieler Anton Brehme beim Schnellangriff abblocken. Noah Baxpöhler durfte sich noch mit einem virtuosen Einhand-Zuspiel auf den sicher verwandelnden Daniel Malescha auszeichnen, länger als bis zum 12:16 behielten die Hessen ihre Kontrahenten dennoch nicht in Sichtweite. Auch im dritten Satz machten die Gastgeber, die im DVV-Pokal-Viertelfinale gegen die Netzhoppers Königs Wusterhausen eine 2:0 Führung noch aus der Hand gegeben hatten, eindeutig klar, dass sie diesmal aber auch so gar nichts anbrennen lassen wollten.

Glänzen konnte angesichts der Aufschlag-Raffinesse von Samuele Tuia und dem Rest der internationalen Berliner Auswahl vor allem der wieselflinke „Idefix“ Satoshi Ide auf der Libero-Position. Neben dem brasilianischen Olympiasieger Éder Carbonera wurde er dafür zum „Most Valuable Player“ der Begegnung gekürt. „Die BR Volleys haben heute gezeigt, wozu sie in der Lage sind. Da ist es dann schwer gegenzuhalten. Umso mehr müssen wir jetzt noch einmal alle Kräfte sammeln, um morgen mental und körperlich voll da zu sein,“ hatte Serramalera schon am Samstagabend gefordert. Dieser Appell fruchtete offenbar, denn gegen die VCO-Talente blieben seine Männer gut 20 Stunden später ohne Satzverlust, obwohl sie kurzfristig wieder einmal auf einen aus der Stammformation verzichten mussten.

„Duell der Riesen“ fällt aus

Jakob Günthör hatte sich vorher wegen Rückenschmerzen von Physiotherapeut Josef Lorenz behandeln lassen. Nach dem Aufwärmen wurde entschieden, ihn sicherheitshalber zu schonen und kein Risiko einzugehen. Mit seiner Pause entging dem 2,12-Meter-Mann auch die seltene Gelegenheit, einmal zu einem gegnerischen Spieler aufschauen zu können – zumindest ein ganz klein wenig. Franz Hüther vom VCO misst sogar 2,13 Meter, und das mit gerade erst 18 Jahren. An Günthörs Stelle kam mit Youngster Melf Urban einer zum Einsatz, der nicht wenige der Berliner Kollegen bereits aus gemeinsamen Trainingsmaßnahmen kannte. „Er hat seine Sache wirklich einwandfrei gemacht“, lobte der Coach, nicht nur aufgrund Urbans Ass im zweiten Satz. „Eine gute Reaktion“ auf das vorangegangene Match gegen die BR Volleys hatte Serramalera bei allen gesehen, „gegen die Junioren will sich kein Team einen Patzer erlauben, deshalb sind wir von Anfang an konzentriert und entschlossen in die Partie gegangen.“

8:3 und 16:10 lagen die Uniteds im ersten Durchgang bei den Technischen Auszeiten in Front und machten es nur zum Schluss noch einmal unnötig spannend. Im Satz zwei legte Kapitän Matthias Valkiers mit einer Aufschlagserie zum 12:7 vor. Wenig später kam Stellvertreter Mario Schmidgall für ihn aufs Feld, auf Diagonal wurde Daniel Malescha durch Jochen Schöps ersetzt. Der 36-jährige Champions League-Gewinner revanchierte sich für einen Block seiner gerade einmal halb so alten Gegenspieler umgehend mit dem mit viel Übersicht platzierten Satzball zur 2:0-Führung. Er und Schmidgall blieben bis zum Schluss im Spiel, in Durchgang drei löste außerdem der 18-jährige Linus Hüger den Argentinier Rodrigo Quiroga ab. Auch in dieser Besetzung wurde die Partie sicher heruntergespielt. Nach der langen Rückfahrt haben Günthör & Co. nun immerhin zehn spielfreie Tage die Chance, sich zu regenerieren und für das Pokal-Halbfinale am 10. Dezember beim VfB Friedrichshafen neu auszurichten.

 

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