ATEMBERAUBENDE ACHTERBAHNFAHRT INS HALBFINALE

  • United Volleys Frankfurt nach 3:1-Sieg in Bühl im Pokal weiter
  • Fortsetzung der #missionmannheim am 10.12. in Friedrichshafen
Mit herausragenden 25 Punkten war Daniel Malescha Topscorer beim Pokalsieg gegen Bühl. (Foto: Corinna Seibert)

Nervenkitzel vom Feinsten bekamen die Livestream-Zuschauer am Mittwochabend in allen vier Sätzen des Viertelfinal-Fights im DVV-Pokal zwischen den United Volleys und den Volleyball Bisons Bühl geboten. Mit 3:1 (23:25, 25:21, 25:23, 26:24) sicherten sich die Frankfurter den Auswärtssieg beim aktuellen Tabellenführer der Volleyball Bundesliga und kämpfen nun am 10. Dezember beim Rekordmeister VfB Friedrichshafen um Einzug ins Endspiel in der Mannheimer SAP Arena. „Ich bin überglücklich über die Reaktion, die meine Mannschaft heute auf all die Schwierigkeiten gezeigt hat, mit denen wir seit Saisonbeginn kämpfen mussten“, jubelte Coach Juan Manuel Serramalera, „vielleicht war das jetzt der Wendepunkt, den wir herbeigesehnt haben und der uns hoffentlich Auftrieb für die anstehenden Aufgaben gibt.“

Dabei lief auch in der Bühler Großsporthalle keinesfalls alles nach Plan für die Gäste aus Hessen. Angefangen mit Durchgang eins, der mehr als nur einen Vorgeschmack auf die atemberaubende Achterbahnfahrt lieferte, die beide Kontrahenten in den folgenden 106 Spielminuten erleben sollten. Anfangs führten die Uniteds mit einem Break, lagen dann 11:14 hinten, weil die Bisons konsequent den nach seiner Verletzung gerade erst in den Kader zurückgekehrten Tim Grozer mit Angaben eindeckten. Frankfurt konterte, vor allem durch Diagonalangreifer Daniel Malescha, dem der zweiwöchige Ausflug auf die Annahme/Außen-Position offensichtlich gutgetan hatte. „Malle ist nur einmal im Jahr“, hätten sich die Bühler wohl gewünscht, nachdem ihnen der 26-jährige DVV-Auswahlspieler im Matchverlauf gleich 25 Mal einschenkte.

Henning dreht den ersten Satz

Beim 22:19 schienen die United Volleys schon auf die Satzführung hinzusteuern, hatten zahlreiche Bälle in der Abwehr erobert und konsequent verwertet. Dann machte ihnen jedoch ausgerechnet Ex-United Paul Henning einen Strich durch die Rechnung. Der Mittelblocker drehte den Spielstand mit einer Aufschlagserie, die erst Kapitän Matthias Valkiers per Zuspielertrick beenden konnte, komplett. Der Belgier angelte danach sogar noch einen verunglückten Ball hinter der Werbebande hervor, das 25:23 für die Bisons war jedoch nicht mehr zu verhindern. Umso entschlossener legten in Satz zwei die „Mainblocker“ Noah Baxpöhler und Jakob Günthör im Schnellangriff los, Valkiers servierte zum 6:4 ein Ass auf die Linie. Dennoch glichen die Gastgeber immer wieder beharrlich aus, lagen beim 18:19 plötzlich sogar selbst in Front.

Jetzt behielt aber Regisseur Valkiers am Netz die Ruhe, ein Service-Winner von Günthör und zwei böse Blocks gegen Bisons-Topscorer Tomas Lopez sorgten für den Satzausgleich. Im dritten Durchgang das gleiche Bild: Immer wieder wechselte die Führung hin und her. Erneut war es Henning, der mit einem Hybrid-Ass zum 19:18 die Heimmannschaft in Vorteil brachte. Frankfurts Rodrigo Quiroga, der sich zuvor mehrfach einen stabilen Bühler Dreierblock gegenüber­gesehen hatte, schlug diesen nun allerdings clever zum 21:20 an. Das vorentscheidende 24:22 erschmetterte wiederum Malescha, bevor der Satz mit einem Übergriff der Badener vor den Augen des ersten Schiedsrichters fast schon etwas unrühmlich endete.

Blick auf harte Restwoche gerichtet

Als Bühl in Durchgang vier am Satzausgleich schnupperte, durfte sich United-Youngster Linus Hüger im Aufschlag beweisen. Das tat er so erfolgreich, dass er und seine Kollegen erst einmal wieder vorn lagen, was sich aber erneut noch mehrfach ändern sollte. Da war es gut, dass Daniel Malescha auch im Block einen Sahnetag erwischt hatte. Vier Punkte holte er in diesem Element, dicht gefolgt von Matthias Valkiers, der es insgesamt auf für einen Zuspieler eher ungewöhnliche sechs Zähler brachte. Immer sicherer wurde zudem Rückkehrer Grozer, der ein Ass von Bühls Edvinas Vaskelis mit dem ebenso umkämpften wie wichtigen Ball zum 22:21 konterte. Den Schlussakkord intonierte der passionierte Klavierspieler Malescha, der sowohl den ersten Satzball zum 24:22 herausholte, als auch den zweiten zum 26:24 verwandelte.

„Wir wollten dieses Halbfinale nach dem ganzen Einsatz und den Fortschritten der zurückliegenden Wochen einfach mit aller Macht und haben es uns mehr als verdient“, hob Cheftrainer Serramalera hervor. Er blickte bereits voraus auf die harte Restwoche mit den beiden Auswärtsspielen gegen die Berlin Recycling Volleys und den VCO Berlin. Der Pokal-Titelverteidiger dürfte nach seinem Sensations-Aus gegen die Netzhoppers auf Wiedergutmachung aus sein, und die Juniorennationalmannschaft sich in dieser Saison mit einem starken Jahrgang für viele Gegner als harter Prüfstein erweisen – Der neue „Geist von Bühl“ wird also weiterhin gefragt sein.

 

 

 

 

 

 

 

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