STRATEGIEWECHSEL ZUR RECHTEN ZEIT

  • United Volleys Frankfurt schlagen Bisons Bühl 3:1
  • Ab Mittwoch folgen drei Heimspiele in Frankfurt
Aus Bühl nahmen die United Volleys drei wichtige Punkte mit. (Foto: Corinna Seibert)

Lange Leine, kurze Leine – Dieses ebenso bekannte wie riskante System probierten die United Volleys Frankfurt bei ihrem 3:1 (25:23, 25:19, 13:25, 25:19)-Sieg am Samstagabend bei den Volleyball Bisons Bühl zwei Sätze erfolgreich aus. Im dritten Durchgang überreizten sie die Variante dann entschieden, um im vierten schließlich mit neuer Strategie auf die Erfolgsstraße zurückzukehren. „Wir wussten, dass die Bühler Spieler nach dem Wechsel ihres Trainers mit enormer Entschlossenheit zur Sache gehen würden. Und genau das haben sie auch getan“, stellte United-Headcoach Stelio DeRocco fest. Seine eigene Mannschaft habe insgesamt zu unbeständig gespielt, es aber aus eigener Kraft geschafft, das Ruder herumzureißen.

Drei Asse von Yanagida drehen Satz zwei

Gleich zu Beginn der Partie in der gut gefüllten Großsporthalle gerieten die Gäste mit 6:12 ins Hintertreffen. Ausschlaggebend waren anfängliche Probleme in der Annahme sowie ein starker Bisons-Block, an welchem das verbliebene United-Angriffstrio ein ums andere Mal hängenblieb. Gerade noch rechtzeitig berappelten sich dann die Hessen. Ein Netzroller-Ass von „Sonnenkönig“ Jean-Philippe Sol zum 11:14 läutete die Aufholjagd ein, mehrere Monsterblocks von Tobias Krick & Co. bescherten den Ausgleich zum 18:18. Gegen zunehmend unsichere agierende Gastgeber zogen die Uniteds vorbei und verwandelten durch Kapitän Milija Mrdak punktgenau zum 25:23. Das hielt sie im zweiten Satz aber nicht davon ab, den Badenern erneut einen großzügigen Vorsprung einzuräumen. 7:12 hieß es nach einem Ass von Bühls Amerikaner Gregory Petty.

Da wollte der Frankfurter „Kamikaze-Aufschläger“ Masahiro Yanagida an seiner alten Wirkungsstätte nicht zurückstehen. In einer beeindruckenden Serie produzierte er gleich drei Service-Winner, die restlichen Punkte besorgte der niederländische Neuzugang Ewoud Gommans – und schon stand es 13:12. Blocks von Tobi Krick und erneut Gommans vergrößerten den Vorsprung, einen weiteren steuerte der eigens zu diesem Zweck eingewechselte Paul Henning bei. Nach der scheinbar beruhigenden 2:0-Führung schienen die United Volleys ihr Glück noch einmal auf die Probe stellen zu wollen. Mit 3:8 lagen sie auch im vierten Durchgang schnell hinten. Auf Bühler Seite war es nun vor allem der hineingekommene Zuspieler Mario Schmidgall, der für frischen Wind sorgte. Die Zuschauer bekamen gleich reihenweise lange und spektakuläre Ballwechsel zu sehen, an deren Ende nun aber meist die Hausherren jubelten.

Eisbeutel für Kricks Beule

Die Bisons drehten mehr und mehr auf, auch deshalb, weil sich ihre Frankfurter Kontrahenten zunehmend zu passiv präsentierten. Als der Vorsprung uneinholbar wurde, gönnte Stelio DeRocco Gommans, Mrdak und Regisseur Matthias Valkiers eine kurze Erholungspause. Mehr als ein schöner Trick von Ersatz-Steller Blain Cranston zum 13:24 war jedoch nicht mehr drin. Umso mehr drängten die wieder originalbesetzten Uniteds gleich zu Beginn von Satz vier auf die Entscheidung. Speziell Punkte-„Milijardär“ Mrdak schlug nun unbarmherzig und unaufhaltsam zu. Spätestens nach dem Block von „Pèj“ Sol zum 10:4 war es vorerst wieder ruhig im Bühler Hexenkessel. Einen Schockmoment mussten die mitgereisten Frankfurter Fans noch überstehen, als Youngster Krick den Ellenbogen seines Mitspielers Gommans abbekam und benommen am Boden liegenblieb.

Mit einer Beule und regelmäßiger Eisbeutel-Kühlung in den Auszeiten konnte er jedoch weitermachen und noch mehrfach sein Punktekonto aufstocken. Der wenig später zum Gold-„MVP“ gekürte Yanagida zeigte noch einen sehenswerten Ball im Stile des französischen Superstars Ngapeth, als er aus dem Hinterfeld zunächst einen Angriff andeutete, dann jedoch für Ewoud Gommans stellte, der sicher verwandelte. Den Matchball versenkte im zweiten Anlauf Tobias Krick. „Wir haben heute einen Weg gefunden, ein Spiel zu gewinnen, das nach unseren eigenen Ansprüchen sicher kein schönes war“, urteilte Cheftrainer DeRocco. „Trotzdem waren das drei sehr wichtige und wertvolle Punkte.“ Am Mittwoch um 19.30 Uhr folgt nun die CEV Cup-Partie in der Fraport Arena gegen Arkas Izmir, am Samstag und wiederum am Mittwoch die Begegnungen mit Friedrichshafen und Lüneburg. Tickets gibt es hier.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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