GEFRAGT: KONSTANZ STATT KURZ-COMEBACKS

  • United Volleys verlieren erstes Playoff-Spiel gegen Lüneburg
  • Am Mittwoch heißt es in der Fraport Arena nun „Do or die“
„Nein, hier ist noch nicht Schluss!“, scheinen die United-Spieler nach dem ersten Playoff-Viertelfinale zu betonen. (Foto: Corinna Seibert)

Schon der erste Ballwechsel im Playoff-Viertelfinalspiel der United Volleys bei der SVG Lüneburg machte deutlich, dass das am Samstagabend in der Hamburger CU Arena eine ganz harte Nummer werden sollte: Eine lange Rally mit leidenschaftlichem Frankfurter Abwehreinsatz, an deren Ende dennoch der Block gegen Lucas Van Berkel und damit der erste Punkt für die „LüneHünen“ stand. So sollte es noch öfter in dieser Begegnung laufen, die nach knapp zwei Stunden mit einer 1:3 (21:25, 25:21, 18:25, 21:25)-Niederlage für die Hessen endeten. Zum ersten Mal mussten diese im vierten Bundesligajahr den Auftakt zu den Playoffs in der Fremde bestreiten, und zum ersten Mal müssen sie vor dem zweiten Aufeinandertreffen am Mittwoch um 19 Uhr in der Fraport Arena darauf hoffen, sich noch ein drittes, entscheidendes Spiel erkämpfen zu können.

„Ein Match, über das wir nachdenken müssen“

Eines konnte Cheftrainer Stelio DeRocco seinen Männern schon am Samstag bescheinigen: unermüdliche Comeback-Qualitäten. Auch das zeigte sich schon zu Beginn, als der zuvor düpierte Van Berkel per Ass den 5:5-Ausgleich herstellte. „Allerdings müssen wir uns schon fragen, warum wir uns immer wieder überhaupt erst in solche Situationen bringen, in denen wir uns mit viel Aufwand wieder an den Gegner heranarbeiten müssen“, sprach „The Rock“ von „einem Match, über das wir nachdenken müssen.“ Zu unbeständig und ineffizient habe sich seine Mannschaft präsentiert und dadurch wichtige Punkte verschenkt. Vor allem der Block der Hausherren bereitete den Uniteds einiges Kopfzerbrechen, allein Nationalspieler Moritz Karlitzek konnte sich zunächst regelmäßig am Netz durchsetzen.

Trotzdem kamen die Frankfurter, nachdem es bereits 17:21 gestanden hatte, fast noch einmal an die SVG heran. Den wiederentdeckten Kampfgeist nahmen sie dann trotz des Satzrückstands auch prompt mit in Durchgang zwei und legten gleich ordentlich vor: Karlitzek deckte Lüneburgs Cody Kessel mit einer unwiderstehlichen Aufschlagserie ein, so dass sich dieser bis zum 6:1 aus United-Sicht regelrecht „eingekesselt“ gefühlt haben dürfte. Zudem war der für Maksim Buculjevic im Zuspiel eingewechselte Adam Kocian gleich doppelt im Block erfolgreich. Selbst in der Mitte fand der später zum Silber-„MVP“ gewählte Lucas Van Berkel nun immer öfter den Mut zur Lücke. Und nachdem der junge Paul Henning den Satzball zum 25:21 versenkt hatte, herrschte für einen Moment lang weitgehend Stille in der Arena. „In dieser Phase waren wir absolut dominierend“, fand der United-Chefcoach.

Frankfurt noch nicht geschlagen

Das sah nach der Zehn-Minuten-Pause allerdings schnell wieder ganz anders aus. Angaben von Ryan Sclater (insgesamt 31 Punkte) brachten die SVG deutlich in Front, aber erneut konnten die Uniteds – nach Einwechslung des Griechen Andreas Fragkos für Kapitän Sebastian Schwarz – noch einmal ordentlich Boden gutmachen, ohne jedoch das Blatt entscheidend zu wenden. Während Lüneburg die eigene Fehlerquote wieder reduziert hatte, häuften sich nun die Nachlässigkeiten auf Frankfurter Seite. Ein Übertritt hier, eine Netzberührung da – Und schon waren die Norddeutschen auch im vierten Durchgang im Vorteil. Mehrfach packte der Ex-SVGler Kocian den Zuspielertrick aus, um seine Farben im Spiel zu halten. Das gelang jedoch nur bis zur zweiten Technischen Auszeit, danach waren den Uniteds lediglich noch ein paar schöne Kombinationen und eine Überraschungs-Zuspiel von Van Berkel auf Fragkos im Ngapeth-Stil vergönnt.

Symptomatisch für die verkorksten Schlussminuten auch der verwandelte (erste) Lüneburger Matchball, als die United Volleys-Abwehrspieler wie beim Autoscooter zusammenprallten und sich damit um die Chancen eines eigenen Angriffsaufbaus und zumindest etwas Ergebniskorrektur brachten. „Das Resultat ist, wie es ist. Jetzt haben wir wirklich nichts mehr zu verlieren und wollen vor unseren eigenen Fans zeigen, dass wir in dieser Serie noch längst nicht geschlagen und bereit für ein weiteres Comeback sind. Mittwoch ist ein neuer Tag und ein neues Match, auf welches wir uns ab Montag voll fokussiert vorbereiten“, so die finale Bilanz von Stelio DeRocco. Nur mit einem Sieg – egal, wie knapp oder deutlich der ausfällt – ginge es in ein Entscheidungsspiel, das am drauffolgenden Sonntag wiederum in Hamburg stattfände. „Do or die“ lautet somit die Devise für den 3. April. Tickets sind hier erhältlich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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