KAFFEE-CLASH MIT HAPPY END

  • United Volleys besiegen SVG Lüneburg in fünf Sätzen
  • Zuschauer sehen furiosen Auftakt und packendes Finale
Im dritten Match gegen die SVG Lüneburg konnten Julian Zenger & Co den ersten Sieg 2018/19 bejubeln. (Foto: Corinna Seibert)

Wieder fünf Sätze, aber diesmal mit dem besseren Ausgang für die United Volleys: Vier Tage nach ihrer knappen Tiebreak-Niederlage in der Champions League gegen Roeselare mussten die Frankfurter Erstligavolleyballer auch in der Volleyball Bundesliga gegen die SVG Lüneburg über die volle Distanz gehen. Das 3:2 (25:23, 25:21, 20:25, 21:25, 16:14) war zugleich der ersten Sieg im dritten Aufeinandertreffen mit den Norddeutschen in dieser Saison. Sowohl das Hinspiel als auch das Pokal-Viertelfinale hatten die Uniteds mit 1:3 verloren. Zur ungewohnt frühen Zeit am Samstagnachmittag entwickelte sich die Partie in der Fraport Arena zum regelrechten „Kaffee-Clash“, bei welchem beide Teams von der ersten bis zur letzten Minute unerbittlich um jeden Ball fighteten.

Block-Offensive und atemberaubende Abwehraktionen

Den besseren Start erwischten dabei die Hausherren: Zuspieler Adam Kocian servierte seinen Lüneburger Ex-Kollegen das erste Ass, Georg Escher machte am Netz zwei Mal kurzen Prozess und es stand 13:9. Zwar kämpfte sich die SVG noch einmal zum 18:18 heran, mit seinem zweiten Aufschlagpunkt zum 22:19 sorgte Kocian jedoch für die Vorentscheidung. Neuzugang Andreas Fragkos, der diesmal für den angeschlagenen Kapitän Sebastian Schwarz von Beginn an zum Einsatz kam, verwandelte mit all seiner internationalen Routine den zweiten Satzball zum 25:23. Den zweiten Durchgang eröffneten die Uniteds mit einer wahren Block-Offensive, aber erneut gelang den „Lünehünen“ der Ausgleich. Während die Führung fortan hin und her wechselte, konnten sich die gut 1.100 Zuschauer über unzählige Marathon-Ballwechsel mit jeder Menge atemberaubender Abwehraktionen freuen.

So etwa vor dem wichtigen 18:17, abgeschlossen von Frankfurts Mittelblocker Lucas Van Berkel, nachdem sein Team schon mit 15:17 hinten gelegen hatte. Das 21:18 donnerte Moritz Karlitzek in bewährter Manier ins Feld. Der Jung-Nationalspieler hatte nicht nur das Kapitänsamt übernommen, sondern avancierte mit herausragenden 23 Zählern auch zum Topscorer und „MVP“. Als dann noch Georg Escher eine zu lang geratene SVG-Annahme zum 23:19 reinstopfte, war in der „Crunchtime“ das Momentum erneut auf Seiten der United Volleys. Nach der Zehn-Minuten-Pause zeigten allerdings die vor dem Spieltag auf Tabellenplatz zwei rangierenden Gäste, warum sie im bisherigen Saisonverlauf zu den dominierenden Mannschaften gehörten und zum Jahresauftakt sogar den Deutschen Rekordmeister VfB Friedrichshafen auswärts besiegen konnten.

Nach dem Matchball brechen alle Dämme

Sichtbar besser auf ihre Kontrahenten eingestellt, setzten sie den Uniteds noch mehr zu. Dennoch schienen Kocian und Karlitzek mit ihren nächsten Servicewinnern zunächst eine Serie das starken Lüneburger Kanadiers Raymond Szeto kontern zu können. Am Ende erwies sich das Block-Abwehr-Bollwerk der SVG jedoch als vorläufig unüberwindbar, obwohl United-Cheftrainer Stelio DeRocco fast seine kompletten Wechseloptionen ausschöpfte. Danach schien sich das Blatt zugunsten der Niedersachsen zu wenden, die direkt wieder mit 7:2 vorlegten. Aber erneut zeigte sich, dass hier zwei Bundesliga-Topteams auf dem Court standen und sich aber auch gar nichts schenkten. Beim 14:14 war der Anschluss hergestellt, und selbst als Milija Mrdak zum 16:19 böse geblockt wurde arbeiteten sich die Hessen noch einmal auf 19:20 heran. Den Satzausgleich konnten sie jedoch nicht mehr verhindern.

Dafür eröffneten die Frankfurter den Tiebreak aber beherzt und mit einer wahren „Karli-Show“. Die Blocks und Angriffe des Interims-Kapitäns bescherten ein nur scheinbar beruhigendes 6:2. Denn, wie sollte es anders sein: Spätestens bei 13:13 war auch im Entscheidungssatz wieder alles offen. Letztendlich war es einmal mehr der lange Arm von „Air“ Karlitzek, der sich neben der Antenne emporschraubte und – scheinbar in der Luft stehend – mit viel Übersicht die freie Stelle in der Lüneburger Spielfeldhälfte fand. Auf dem Court und der Tribüne, wo die Fans den Tiebreak von Beginn an stehend verfolgt hatten, brachen daraufhin alle Dämme. „Innerhalb einer Woche waren das zehn wahnsinnig intensive Sätze gegen zwei richtig starke Gegner. Das sind genau die Herausforderungen, an denen wir wachsen“, urteilte Stelio DeRocco. Bereits am Mittwoch müssen die Uniteds bei Aufsteiger Giesen ran, am Samstag folgt gegen Bühl das fünfte (!) Heimspiel 2019 in der Fraport Arena.

 

Statistik

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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