ERST MIT VALIUM, DANN MIT VERGEBLICHEM KAMPF

  • United Volleys mit Auswärtsniederlage in der Champions League
  • 1:3 beim türkischen Meister Ankara kostet Viertelfinalchance
In den entscheidenden Momenten waren die United Volleys (Tanner Syftestad) in Ankara nicht treffsicher genug. (Foto: CEV)

Von einer „unglücklichen Niederlage“ sprach Cheftrainer Stelio DeRocco nach dem 1:3 (12:25, 25:23, 22:25, 21:25) seiner United Volleys am Mittwochnachmittag in der Champions League gegen Halkbank Ankara. Und in der Tat war gegen den neunfachen türkischen Meister durchaus mehr drin, als es nach dem desolaten ersten Satz noch den Anschein hatte. „Da waren wir noch im Bus“, beschrieb der erfahrene Coach den Start seiner Mannschaft. Dass der, wie in der Türkei und anderen Ländern üblich, von einer Polizei-Eskorte zur Spielhalle begleitet worden war, dürfte die Frankfurter wohl kaum derart beeindruckt haben. Als hätten sie zum Frühstück Valium im Mokka gehabt, kassierten die Uniteds gleich drei Asse und wurden von einem taktisch gut eingestellten Gegner vor allem immer wieder empfindlich geblockt.

„Haben nie aufgegeben“

„Aber wir haben uns dann berappelt und sind langsam besser ins Match hineingekommen. Das war positiv“, befand „The Rock“, der seine Männer in allen drei folgenden Durchgängen bis zum Ende auf Augenhöhe mit den Gastgebern sah. Zwar lagen die Hessen auch im zweiten Satz schnell mit einigen Punkten zurück, entdeckten dann jedoch ihren Kampfgeist wieder. Milija Mrdaks „Monsterblock“-Ausgleich zum 10:10 konnte Ankara noch einmal per Challenge abwenden. Als wenig später Kapitän Sebastian Schwarz seinen ersten Hybrid-Aufschlagpfeil abschoss und Moritz Karlitzek – mit 17 Zählern Topscorer der Frankfurter – vollstreckte, waren die United Volleys wieder dran. Kurios dann der Punkt zum 22:22, als der gerade eingewechselte Efe Bayram mit dem Rücken in eine zu lang geratene United-Annahme hineinsprang, die sonst im Aus gelandet wäre. Danach punktete praktisch nur noch „Air“ Karlitzek, der nach 1a-Abwehr von Julian Zenger auch den Satzgewinn perfekt machte.

Ähnlich sah es lange in Durchgang drei aus, in dem nun die Uniteds vorlegten. Als Stelio DeRocco erfolgreich einen vom Schiedsgericht im Aus gesehenen Angriff von Milija Mrdak challengte, konnte er sich ein zufriedenes Grinsen nicht verkneifen. Umso bitterer verlief die Endphase, bis zu der sich die Frankfurter nach Rückständen immer wieder engagiert herangearbeitet hatten, so auch zum 22:22 durch den eingewechselten Kalifornier Tanner Syftestad. Ein Ankara-Ass zur Unzeit bescherte das 22:24, danach scheiterte zunächst Karlitzek, bevor der Ball vom „Mainblock“ ins Aus prallte. „Sie haben unsere mangelnde Chancenverwertung in Schlüsselsituationen immer wieder eiskalt ausgenutzt“, lobte der United-Trainer den international langjährig erprobten Gegner. Das schien nun ebenso seine Spieler zu frustrieren, die im folgenden Satz schon mit vier Punkten im Hintertreffen waren. „Aber wir haben auch da nicht aufgegeben und sind wieder herangekommen“, stellte DeRocco fest.

Tiebreak zum Greifen nahe

Aufschlagserien von Moritz Karlitzek und Youngster Paul Henning brachten die „jungen Wilden“ aus der Mainmetropole wieder auf 14:15 heran. Nach diesem Comeback und dem 18:16 durch Hennings Service-Winner war der Tiebreak zum Greifen nahe. Dann jedoch häuften sich erneut die Fehler, die Annahme kam nicht mehr optimal nach vorne, so dass die United-Offensive wenig Optionen und der türkische Block leichtes Spiel hatten. Lief es einmal anders, konnten die Uniteds zumeist auch den Ballwechsel für sich verbuchen. So aber setzte letztendlich der mit 22 Zählern überragende slowenische EM-Silbermedaillengewinner von 2015 Alen Sket mit seinem Matchball vor nur 800 Zuschauern den Schlusspunkt. „Nachdem wir zu Beginn nicht unser wahres Level gezeigt haben, hatten wir danach durchaus Chancen, mehr als den einen Satz zu gewinnen. Aber es waren zu viele Kleinigkeiten, die wir heute nicht gut hinbekommen haben“, analysierte „Bassi“ Schwarz.

Nun gehe es darum, unermüdlich weiter zu arbeiten und rasch wieder das eigene Niveau zu erhöhen, forderte der Kapitän: „In den nächsten Begegnungen in der Bundesliga und in der Champions League müssen wir von Anfang an voll da sein.“ „Der Fokus liegt jetzt ganz klar auf den Meisterschaftsspielen“, betonte auch Coach DeRocco, nachdem das Viertelfinale in der Königsklasse nicht mehr als einer der zwei stärksten Gruppenzweiten erreicht werden kann. Durch die Niederlage in Ankara sind die Uniteds auf Rang drei abgerutscht. „Die zwei noch ausstehenden internationalen Matches müssen wir nutzen, um weiter zu wachsen und diese Erfahrung mit in die Liga zu nehmen. Die Konkurrenz ist dort genauso stark, und uns bleibt keine Zeit zur Erholung“, blickte der Trainer bereits auf die nächste Aufgabe am Samstag in Rottenburg. Danach warten mit den deutschen Topteams Berlin und Friedrichshafen sowie der russischen Über-Mannschaft Kazan gleich drei Heim-Kracher in der Fraport Arena auf die United Volleys.

 

Statistik:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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