COMEBACK OHNE KRÖNUNG

  • United Volleys holen beim 2:3 gegen Roeselare noch einen Punkt
  • Blitz-Neuzugang Andreas Fragkos mit überzeugendem Debüt
Trotz der knappen Niederlage gab Neuzugang Andreas Fragkos (rechts) einen extrem starken Einstand bei den United Volleys. (Foto: Corinna Seibert)

In ihrem zweiten Heimspiel der Champions League-Gruppenphase ist den United Volleys Frankfurt am Dienstagabend der nächste Coup versagt geblieben. Zwar gelang ihnen beim 2:3 (20:25, 17:25, 25:21, 25:21, 8:15) gegen die Belgier von Knack Roeselare ein beeindruckendes Comeback nach 0:2-Satzrückstand. Nach einem mehr als unglücklich verlaufenen Tiebreak, in dem sowohl Kapitän Sebastian Schwarz als auch Jung-Nationalspieler Moritz Karlitzek nach Verletzungen auf dem Feld fehlten, mussten sie sich jedoch mit nur einem Punkt begnügen. In der Tabelle von Pool A rangieren sie hinter dem Topfavoriten Zenit Kazan aus Russland damit immer noch an Position zwei. „Natürlich sind wir unglücklich über die Niederlagen aber zufrieden damit, wie wir uns zurück ins Match gekämpft haben“, bilanzierte Cheftrainer Stelio DeRocco.

Glanzlichter von Mrdak und Karlitzek werden gekontert

„Er hat nach dem zweiten Durchgang an unseren Charakter appelliert und gefragt, ob wir uns in unserer eigenen Halle wirklich so vom Platz schießen lassen wollen“, berichtete Mittelblocker Paul Henning. Der 21-jährige durfte in Satz drei von Beginn an anstelle des erfahrenen Kanadiers Lucas Van Berkel ran, avancierte mit drei Punkten noch zum besten Blocker der Uniteds und trug damit entscheidend zur Aufholjagd der Hessen bei. Dabei hatte für die Gäste aus Flandern bis dahin alles nach einem klaren Sieg – ihrem ersten in der laufenden Königsklassen-Saison – ausgesehen. Mit starken Aufschlägen von Spielführer Hendrik Tuerlinckx, der insgesamt fünf Asse servierte und mit beachtlichen 26 Zählern zum „Most Valuable Player“ der Begegnung gekürt wurde, und Mathijs Verhanneman legten sie den Grundstein für eine erfolgreiche Blockaktion nach der anderen.

Zwar führte das hohe Risiko auch zu einigen Fehlern. Die Frankfurter, bei denen ebenfalls viele Angaben im Aus oder im Netz landeten, konnten daraus bei ihrer Eurosport-Premiere allerdings zu lange kein Kapital schlagen. Da auch die Annahme von Roeselare sicher stand, hatte es der kanadische Zuspieler Brett Walsh leicht, variantenreich seine Pässe zu verteilen, die vom „Mainblock“ kaum zu lesen waren. Daran änderte auch die Einwechslung von Maksim Buculjavic für Adam Kocian im United-Schaltzentrum zu Beginn von Durchgang zwei erst einmal nichts. Jeden Angriffskracher von Milija Mrdak oder Moritz Karlitzek, die durchaus immer wieder Glanzlichter zu setzen wussten, konterten die Belgier mit ebenso knallharten „Knack-Punkten“. So kam bei den Gastgebern Blitz-Neuzugang Andreas Fragkos, erst drei Tage zuvor von Olympiacos Piräus an den Main gewechselt, zu einem frühzeitigen Debüt.

Fragkos fraglos ein Gewinn für Frankfurt

„Er hat im Training sofort überzeugt“, so Stelio DeRocco über den 29-jährigen griechischen Nationalspieler, Challenge- und CEV Cup-Finalisten, der schon in Italien, Frankreich, Südkorea und im Iran aufschlug. Und auch vor den rund 1.100 Zuschauern in der Fraport Arena feuerte der Zwei-Meter-Mann sofort aus allen Lagen und zeigte als zweitbester Scorer, welch wertvolle Verstärkung der Frankfurter Offensivriegel hier bekommen hat. Dennoch schien Roeselare erneut mit einer komfortablen Führung dem angestrebten Dreifach-Punktgewinn entgegenzustreben. Einmal mehr stemmte sich jedoch United-Urgestein Georg Escher mit aller Macht gegen die Niederlage. Zunächst mit einem Ass, dann am Ende einer wahren Mega-Rally zum 17:17-Ausgleich, als er mit unwiderstehlicher Willenskraft den umjubelten Block versenkte. Eine Angabenserie von Milija-Mrdak und zwei Mal Paul Henning am Netz brachten die Uniteds in Front, der zurückgekehrte Kocian vollendete per Zuspielertrick zum 25:21.

In Satz vier waren die Hausherren von Beginn an vorn. Roeselares Anschluss-Ass zum 13:12 verblasste nach Hennings Einhand-Block zum 16:12. Und auch in diesem Durchgang durfte „Abschluss-Adam“ Kocian den Deckel drauf machen. Fast schon tragisch verlief dann aus Sicht der United Volleys der Tiebreak. Nach frühem Rückstand hatte Moritz Karlitzek gerade den belgischen Block zum 2:5 genarrt, knickte dabei jedoch um und musste gegen den jungen Kostopoulos getauscht werden. Routinier Schwarz konnte da ebenfalls schon nicht mehr mithelfen. Derart dezimiert hatten die Uniteds den international erfahreneren Kontrahenten nicht mehr genug entgegenzusetzen. „Die Sätze drei und vier sind das, worauf wir aufbauen müssen“, betonte Coach DeRocco – nicht zuletzt mit Blick auf das Bundesligaheimspiel am Samstag um 16 Uhr gegen Lüneburg. Die Norddeutschen reisen nach ihrem Sieg in Friedrichshafen als Tabellenzweiter und „Team der Stunde“ an, während Kocian & Co. Revanche für die beiden Niederlage auswärts und im Pokal nehmen wollen. Tickets gibt es hier.

 

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