VOM „STAHLBAD“ IN DER KÖNIGSKLASSE ZEHREN

  • United Volleys am Sonntag im Pokal-Viertelfinale gegen Lüneburg
  • Traum vom Finale in der Mannheimer SAP Arena soll weiterleben
Lucas Van Berkel und Adam Kocian wollen sich gegen ihre alten Bekannten aus Lüneburg und Kanada diesmal keine Blöße geben. (Foto: Corinna Seibert)

Nach dem 3:0-Triumph beim Meister in Berlin und der ebenso deutlichen Niederlage im ersten Champions League-Gruppenspiel gegen die „Außerirdischen“ von Zenit Kazan wartet direkt die nächste große und wichtige Aufgabe auf die United Volleys. Das Schöne dabei: Im DVV-Pokal-Viertelfinale dürfen die Frankfurter am Sonntagnachmittag um 16 Uhr wieder zuhause in der Fraport Arena ran. Die heimische Umgebung und die Mithilfe des Publikums wird auch vonnöten sein, denn mit der SVG Lüneburg kommt ein unangenehmer Kontrahent an den Main, um den Uniteds den Einzug in die Runde der besten vier Teams des Wettbewerbs streitig zu machen.

Vom „Schluckauf“ geheilt

Das bekamen die Männer von Cheftrainer Stelio DeRocco schon zum Saisonauftakt zu spüren, als sie nach gewonnenem erstem Satz in der bekannt engen und lauten Lüneburger Gellersenhalle völlig einbrachen und ohne Punkte heimreisen mussten. Besonders United-Zuspieler Adam Kocian dürfte das richtig geärgert haben, schlug er doch selbst drei Jahre lang für die SVG auf. Inzwischen ist der 23-jährige auch in Frankfurt zur zentralen Figur im Spiel geworden und kompensiert glänzend den längerfristigen Ausfall von Routinier Patrick Steuerwald. In Kazan musste er noch wegen einer Magen-Darm-Erkrankung passen, sollte am Sonntag aber hoffentlich wieder im Vollbesitz seiner Kräfte die Bälle verteilen können.

Wie perfekt die eingeübten Kombinationen mittlerweile nicht zuletzt dank des „Stahlbads“ der zahlreichen Einsätze in der Königsklasse funktionieren, wollen er und seine Kollegen dann unter Beweis stellen. Als „Schluckauf“ hat Stelio DeRocco zwischenzeitlich die Pleite in Lüneburg beschrieben, was keinesfalls despektierlich gegenüber dem Gegner gemeint war. Vielmehr ging es ihm darum hervorzuheben, dass dies bisher eigentlich der einzige echte Ausrutscher seiner jungen Mannschaft war, die sich ansonsten fast durchgehend voll konzentriert und fokussiert präsentiert hat. Und wie man es einem Schluckauf nachsagt, sollte dieser nach dem heilsamen Schock der damaligen Niederlage ja auch verschwunden sein. Allerdings werden die von Ex-Nationalspieler Stefan Hübner gecoachten Gäste umgekehrt sicherlich alles dransetzen zu zeigen, dass ihr erster Erfolg überhaupt gegen die United Volleys keine Eintagsfliege war.

„Canada Day“ in Frankfurt

In der Fraport Arena zumindest warten die Norddeutschen nämlich immer noch auf einen Punktgewinn. Wer übrigens glaubt, nur bei den Uniteds gewinne die „kanadische Schule“ mit Trainer DeRocco, Mittelblocker Lucas Van Berkel und Ersatz-Zuspieler Jackson Maris zunehmend an Einfluss, der sollte einmal nach Lüneburg schauen. Dort setzt man schon seit Jahren auf die hervorragend ausgebildeten Volleyballer aus Nordamerika. Gleich vier von ihnen stehen auch in dieser Saison wieder im Kader. Mit Ryan Sclater, Tyler Koslowsky und Adam Schriemer sind drei gewissermaßen „Studienkollegen“ von Mittelblocker Van Berkel, spielten vor ihrer internationalen Karriere ebenfalls für das Team der Trinity Western University im Bundesstaat British Columbia. Mit Sclater stand Van Berkel außerdem noch im September für Kanada bei der Weltmeisterschaft auf dem Feld.

Das Match wird also zugleich zum „Canada Day“, den die Gastgeber am Ende natürlich möglichst allein feiern wollen. Der Pokal-Wettbewerb genießt schließlich nicht nur bei den United Volleys hohe Priorität. Die Chance, einmal im Endspiel vor über 10.000 Zuschauern in der Mannheimer SAP Arena auf dem Feld stehen zu können, ist für sämtliche Clubs in Deutschland ein enormer Anreiz. Zwei Mal schafften es die Uniteds in den zurückliegenden drei Jahren bereits bis ins Halbfinale. Gegen Berlin und Friedrichshafen war dort aber jeweils Endstation. Wenn diesmal endlich der große Wurf gelingen soll, müssen zunächst die „Lünehünen“ aus dem Weg geräumt werden. Aber solche Begegnungen der Marke „Hopp oder top“ sollten die Frankfurter „jungen Wilden“ ja mittlerweile ebenfalls gewohnt sein.

 

 

 

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