VOLLEYBALLTEMPEL WIRD ZUM VOLLEYBALLBEMBEL

  • United Volleys schlagen Meister Berlin Recycling Volleys erstmals zuhause
  • Cheftrainer DeRocco nach 3:0 mit Extra-Lob für Zuspieler Adam Kocian
Selbstbewusster Auftritt von Lucas Van Berkel und den anderen United Volleys beim Sieg gegen Meister Berlin (Foto: Corinna Seibert)

Es ist vollbracht: Im neunten Anlauf haben die United Volleys Frankfurt ihren ersten Sieg beim Deutschen Meister Berlin Recycling Volleys gelandet. Und der fiel mit 3:0 (28:26, 25:22, 25:18) dann gleich so deutlich aus, wie es wohl kaum jemand vor der Partie erwartet hätte. Ausgerechnet bei der großen „Geburtstagsfeier“ in der Max-Schmeling-Halle, wo die Berliner auf den Tag genau zehn Jahre zuvor das erste Mal aufgeschlagen hatten, machten die Hessen den deutschen Volleyballtempel kurzerhand zu ihrem „Volleyballbembel“ und konnten sich nach nicht einmal 90 Spielminuten ausgelassen feiernd in Richtung Hauptbahnhof zum Zug Richtung Heimat machen.

Cheftrainer Stelio DeRocco war anschließend verständlicherweise nicht nur voll des Lobes über die „fantastische Kulisse“ mit über 6.000 Zuschauern. „Wir haben nicht nur taktisch gut gespielt, sondern waren auch aggressiv, haben stark abgesichert und im Angriff sehr clever agiert“, zog er eine rundum positive Bilanz und zeigte sich „stolz auf die Entwicklung meiner Spieler.“ Dass es so perfekt laufen würde, überraschte selbst ihn: „Unsere Mission war zu gewinnen, aber wir wussten natürlich auch, was für eine große Mannschaft Berlin ist. Immerhin haben sie gerade erst auswärts Friedrichshafen geschlagen.“ Eine Extra-Erwähnung gab es für Zuspieler Adam Kocian, der wieder einmal eindrucksvoll gezeigt habe, „wie weit und wie reif er schon ist.“

Schwarz-„Pflaster“ sorgt für Beruhigung

Aber auch der Rest der Mannschaft habe „fast in jeder Situation den richtigen Zug gemacht – Manchmal ist Volleyball eben wie Schach.“ Wie schon in der Champions League erwiesen sich die United Volleys mit dem 3:0 im ersten Aufeinandertreffen als Favoritenschreck. Vor allem aber boten beide Teams dem Publikum ein spannendes und an Höhepunkten keinesfalls armes Match. Kompromisslose Blocks, hammerharte Angriffe und spektakuläre Abwehraktionen prägten von Anfang an auf beiden Seiten das Bild. Nachdem United-Serbe Milija Mrdak einen Ball mit Fullspeed die Linie entlang gedonnert und Regisseur Kocian eine schöne Aufschlagserie abgeliefert hatte, stand es 8:5. Zwei Asse von Karlitzek und Mrdak später war der Vorsprung sogar auf 13:8 ausgebaut.

Dann allerdings schlugen die Hauptstädter zurück und blockten sich konsequent zum 15:15 heran, übernahmen kurzzeitig sogar die Führung. Den nun folgenden offenen Schlagabtausch drehten Blocks von Lucas Berkel und Karlitzek zum 22:21. Nachdem bei den BR Volleys Sebastian Kühner für Ex-United Jan Zimmermann hineingekommen war, blieb es letztendlich Youngster Paul Henning vorbehalten, den vierten Satzball per Netzroller zu verwandeln. In Durchgang zwei gelang direkt ein Traumstart zum 5:2 nach bärenstarker Zenger-Abwehr eines Berliner Schnellangriffs. Mitte des Satzes war es Kapitän Sebastian Schwarz, der nach einer kleinen Diskussion mit dem Schiedsrichter die Ruhe behielt und Berlins Ben Patch ein namensgerechtes „Pflaster“ mitten auf die Brust verpasste.

Der nächste große Name wartet

Zum Satzende hin machte der nach überwundener Verletzung eingewechselte frühere Frankfurter Moritz Reichert den Gästen noch ein wenig das Leben schwer. Diesmal allerdings setzte Mrdak gleich im ersten Anlauf den Deckel zum 25:22 drauf. Auch danach ging er nahezu im Gleichschritt mit dem späteren „MVP“ Moritz Karlitzek auf Punktejagd. 33 Zähler waren am Ende die gemeinsame Ausbeute des Duos. Zwischenzeitlich schien sich Karlitzek noch ein kleines Hinterfeld-Duell mit dem anderen Moritz auf BR Volleys-Seiten liefern zu wollen. Dieses war allerdings spätestens nach einer von unzähligen Kocian-Abwehrgroßtaten zum 18:12 endgültig zu Gunsten der United Volleys entschieden.

Nach Milija Mrdaks Matchball zum 25:18 herrschte dann auch mehr Geraune denn Jubel in der gut gefüllten Arena. Gut gelaunt, aber erst weit nach Mitternacht trafen die Uniteds Stunden später wieder in Frankfurt ein. Viel Zeit zum Schlafen blieb auch hier nicht, denn bereits am Montag Nachmittag stand der Weiterflug nach Russland an, wo am Mittwoch die Über-Mannschaft von Zenit Kazan in der Champions League-Gruppenphase der nächste Gegner ist. Nach dem neunfachen Deutschen Meister nun also der sechsmalige Gewinner der europäischen Königsklasse. Aber die großen Namen sollten die United Volleys nach den Erlebnissen der zurückliegenden Wochen ja eigentlich nicht mehr allzu sehr schrecken.

 

 

 

 

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