IM ANFLUG AUF DIE „AUSSERIRDISCHEN“

  • Erstes Champions League-Gruppenspiel beim Titelverteidiger Kazan
  • Enthusiastisch und ambitioniert gegen die Volleyball-Weltstars
Moritz Karlitzek und die United Volleys reisen nach der jüngsten Erfolgsserie mit viel Selbstvertrauen nach Kazan. (Foto: Gregor Biskup)

Nicht einmal 24 Stunden Zeit blieben den United Volleys, um ihren ersten Sieg in der Halle des Deutschen Meisters Berlin Recycling Volleys vom späten Sonntagnachmittag richtig auszukosten. Die Heimfahrt mit der Deutschen Bahn fand zwar naturgemäß in bester Stimmung statt, nur einen halben Tag später traf sich der komplette Reisetross jedoch bereits wieder am Flughafen, um die nächste Herausforderung in Angriff zu nehmen. Und die wird nun wirklich nicht mehr zu steigern sein: Mit Zenit Kazan ist der kommende Gegner nicht nur aktueller Titelverteidiger in der CEV Champions League. Die Russen gewannen die europäische Königsklasse in den zurückliegenden zehn Jahren ganze sechs Mal. „Das ist eine absolute Volleyball-Macht“, sagt United-Cheftrainer Stelio DeRocco über die Über-Mannschaft aus Tatarstan.

DeRocco sieht „Win-Win-Situation“

„Sie sind der erfolgreichste Club, haben das stärkste Team und die spektakulärsten Einzelspieler der Welt“, setzt er seine Eloge fort, „für uns ist es eine riesige Ehre und ein unglaubliches Glück, gegen solch eine Auswahl antreten zu dürfen.“ Trotz der schier unlösbaren sportlichen Aufgabe sieht „The Rock“ in der Begegnung mit den „Außerirdischen“ eine „Win-Win-Situation für uns alle.“ Denn: „Wenn man sich mit den Besten der Besten misst, kann man enorm viel erleben und lernen, um ihnen vielleicht einmal nacheifern zu können.“ Über Jahre hinweg und mit reichlich Erdgas-Rubeln wurde in der sechstgrößten Stadt Russlands ein echter Volleyball-Gigant aufgebaut. Die Klasse des Zenit-Kaders wird allein schon daran deutlich, dass selbst der Weggang des kubanischen Weltstars Wilfredo León vor dieser Saison keinerlei Einbußen in punkto Qualität und Unterhaltungswert bedeutete.

Kein Wunder, wenn im Gegenzug mit dem französischen Europameister von 2015 und zweifachen World League-Sieger Earvin N’Gapeth ein ebenso herausragender Spieler auf der Außenposition geholt wird. Bereits seit 2012 spielt der amerikanische Nationalspieler Matt Anderson in Kazan, Bronzemedaillengewinner bei Olympia 2016 in Rio de Janeiro und bei der WM 2018, wo der Landsmann von United-Neuzugang Tanner Syftestad zum wiederholten Mal zum besten Außenangreifer des Turniers gewählt wurde. Und dann ist da ja auch noch Russlands Angriffs-Dominator Maxim Mikhailov, Olympiasieger, zweifacher Europameister und vor wenigen Monaten „MVP“ der FIVB Nations League. Klar, dass auch der russische Nationalzuspieler Alexander Butko bei Zenit die Bälle stellt und an der Seitenlinie kein geringerer als Trainerlegende Vladimir Alekno steht.

Mittwoch auf EuroVolley.tv, Sonntag in der Fraport Arena

So unerschrocken, wie die „jungen Wilden“ der United Volleys am Sonntag die BR Volleys von der Platte gefegt haben, sollten sie auch in ihrem ersten Champions League-Gruppenspiel ohne allzu viel Respekt ans Netz gehen können. Spieler wie Moritz „Karlittack“ Karlitzek und der serbische Diagonalhammer Milija Mrdak haben mit ihren Auftritten in den ersten drei Runden schließlich schon für ordentlich Furore gesorgt. Und der Frankfurter „Mainblock“ bringt auch ohne DVV-Zukunftshoffnung Tobias Krick genügend Höhe und Substanz mit, um sich erfolgreich den russischen Riesen in den Weg zu stellen. „Wie fliegen mit jeder Menge Enthusiasmus und vielen Ambitionen nach Kazan und wollen dort zeigen, was wir draufhaben“, verspricht Stelio DeRocco. Und sein Kapitän Sebastian Schwarz, 2007 Champions League-Sieger mit Friedrichshafen, ergänzt: „So ein Match ist ein Geschenk für jeden Sportler.“

Die United-Fans können ihre Helden am Mittwoch ab 17 Uhr wohl nur entgeltpflichtig im neuen Portal EuroVolley.tv verfolgen. „Natürlich wäre es schön, wenn sich in naher Zukunft auch in Deutschland ein Sender findet, der die Spiele der deutschen Teams in der Königsklasse überträgt oder streamt – so wie es in praktisch allen Ländern, in denen wir auswärts antreten, der Fall ist,“ hofft Geschäftsführer und „Macher“ Jörk Krick. Auf den nächsten Live-Auftritt der Rhein-Main-Volleyballer müssen die Anhänger allerdings auch nicht allzu lange warten: Am Sonntagnachmittag steht in der Fraport Arena das DVV-Pokal-Viertelfinale gegen Lüneburg auf dem Programm. Auch für diesen Wettbewerb haben sich die Uniteds einiges vorgenommen und wollen schließlich noch die Scharte vom Saisonauftakt auswetzen. Tickets gibt es hier.

 

 

 

 

 

 

 

 

Folge uns auf Social Media