SCHWARZ DREHT’S: PLAYOFF-START GEGLÜCKT

  • United Volleys legen mit 3:1 gegen Herrsching vor
  • Halbfinaleinzug bereits am Ostersamstag möglich
Playoff-Start gelungen für Nationalspieler Tobias Krick und seine United Volleys (Foto: Gregor Biskup)

Auf dem Weg zum dritten Halbfinaleinzug in den Playoffs um die Deutsche Meisterschaft im dritten Erstligajahr haben die United Volleys am Mittwochabend einen großen Schritt gemacht. Mit 3:1 (25:19, 25:18, 19:25, 25:15) gewannen sie zuhause vor gut 1.100 Zuschauern gegen die Bayern vom TSV Herrsching und können nun im zweiten Match am Ostersamstag mit einem weiteren Erfolg in der Serie „best of three“ bereits das Weiterkommen sicherstellen. „Dieser Sieg war keine Selbstverständlichkeit“, ordnete Cheftrainer Michael Warm das Ergebnis ein, „da muss man sich nur einmal den Kader der Herrschinger anschauen.“ Tatsächlich standen für die Gäste mit Christoph Marks nicht nur der Topscorer der Volleyball Bundesliga-Hauptrunde, sondern mit dem Kanadier Andre Brown auch der mit Abstand erfolgreichste Blocker auf dem Spielfeld.

Bauer-Asse stechen

Einer, auf den die Uniteds in der Vorbereitung besonderes Augenmerk gelegt hatten, war zudem der trickreiche Steller Michal Sladecek. Und diese Akribie sollte sich auszahlen: Von Beginn an verstanden es die hessischen Blockspieler, die Pässe des slowakischen Ex-Nationalzuspielers zu lesen und den darauffolgenden Angriffsversuchen einen Riegel vorzuschieben. Als Resultat agierten die Männer vom Ammersee zunehmend nervös, semmelten zahlreiche Bälle ins Aus. Nach einer Aufschlagserie von Patrick Steuerwald stand es bereits 8:2 für die United Volleys. Dann allerdings fing sich Herrsching, und insbesondere Andre Brown fand zu gewohnter Form, konnte ein ums andere Mal sogar die gefürchteten Rückraum-Angriffe von Moritz Karlitzek und Adrian Aciobanitei unterbinden. Stolze sechs Blocks sollten ihm an diesem Abend gelingen.

Nach dem 11:9 hatte jedoch sein United-Pendant Lukas Bauer die Faxen dicke und hämmerte unbeirrt im zweiten Anlauf einen Schnellangriff ins Feld. Bis auf 19:12 setzten sich die Hausherren ab und brachten diesen Vorsprung sicher ins Ziel. In gleicher Manier ging es in Durchgang zwei weiter. Eins von insgesamt drei Bauer-Assen – im Volleyball anders als beim Kartenspiel komplett regelkonform – brachte das 11:9. Endgültig abgesetzt hatten sich die United Volleys mit einem kompromisslosen Dreier-Block zum 17:14. Beim Stand von 21:16 musste Michal Sladecek raus und Ersatz-Zuspieler Martin Krüger übernahm bei Herrsching – ein Wechsel, der sich noch auszahlen sollte. Den Satzball zum 25:18, bei dem auf Seiten der Gastgeber Jannis Hopt und Tobias Krick eine Etage höher unterwegs waren als alle übrigen Akteure auf dem Court, konnte allerdings auch das nicht verhindern.

Osterwunder und „Wiederaufserstehung“ verhindern

Satz drei begann der späteren Silber-„MVP“ Krüger mit starken Aufschlägen, und diesmal waren es die Uniteds, die 2:8 ins Hintertreffen gerieten. „Gegen den neuen Steller wurde es für uns schwieriger, weil wir von ihm im Vorfeld mangels längerer Einsatzzeiten schlichtweg nur wenig Videomaterial zur Verfügung hatten“, erklärte Michael Warm. Zudem schien der offenbar aus Bayern mit eingereiste Föhnwind gedreht zu haben und wehten nun vermehrt die hessischen Angriffe ins Aus. Warm reagierte und brachte den Japaner Issei Otake für Williams auf der Diagonalen. Dennoch: Die Annahme wackelte, der Block war oft zu spät dran und das Momentum lag nun beim TSV. Beim Stand von 13:18 kam Kapitän Sebastian Schwarz für Moritz Karlitzek. Auf ihn schienen nun ihrerseits die Herrschinger weniger gut vorbereitet. Enger als beim 13:18 wurde es dennoch nicht mehr.

Nach dem Satzanschluss herrschte Hochspannung. Beide Teams kämpften verbissen, wollten sich keine Blöße geben. Lange Ballwechsel gab es en masse, zunehmend mit besserem Ausgang für die Uniteds. Mit einer Aufschlagserie von 6:6 auf 12:6 legte „Bassi“ Schwarz den Grundstein zum Sieg. Dazu liefen in der Abwehr Regisseur Steuerwald und Libero Julian Zenger heiß. Letzterer nutzte immer wieder die volle Hallenhöhe aus und dürfte sich freuen, dass das nächste Spiel nicht in der niedrigen Heimspielstätte der Herrschinger, sondern ersatzweise im niederbayerischen Vilsbiburg ausgetragen wird. Mit mehreren Blitz-Attacken ließ schließlich Issei Otake alle noch vorhandenen Tiebreak-Hoffnungen der Gäste verdampfen. Nun gilt es für die United Volleys, am Samstag ein Osterwunder und die sportliche Wiederauferstehung des Gegners zu verhindern. Erst dann wäre das Entscheidungsspiel am 8. April in Frankfurt obsolet und der nächste Halbfinaleinzug perfekt.

 

 

 

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