Ein Hauptstadt-Trip mit doppeltem Erinnerungswert

  • United Volleys knöpfen Tabellenführe Berlin insgesamt drei Sätze ab
  • Im Pokal-Halbfinale gegen den großen Favoriten erst im Tiebreak geschlagen
Zuspieler Jannis Hopt konnte gegen die Berlin Recycling Volleys gleich zwei Mal sein Können zeigen. (Foto: Gregor Biskup)

Zwei Spiele die es wahrlich in sich hatten – Mit dieser Bilanz kehren die United Volleys von ihrem Doppel-Auftritt in der Bundeshauptstadt zurück. Das Publikum in der Berliner Max-Schmeling-Halle, die Volleyballfans aus ganz Deutschland, die das Aufeinandertreffen der beiden bis dato top-platzierten Teams der Liga gespannt verfolgten, und nicht zuletzt die Kontrahenten auf dem Spielfeld erlebten nahezu alles, was Volleyball aus- und attraktiv macht. In Erinnerung bleiben wird dabei vor allem das Pokalhalbfinale am Donnerstag, als die Hessen zwei Mal eine Satzführung der Berlin Recycling Volleys konterten und im Tiebreak bis zum 2:3 (20:25, 25:19, 23:25, 25:22, 11:15)den Sieg schon dicht vor Augen zu haben schienen.

Dann aber eine kurze Phase der Unkonzentriertheit, die von den Gastgebern eiskalt ausgenutzt wurde, und schon war die große Chance dahin. Genau dieser Unterschied war es, der United-Cheftrainer Michael Warm anschließend analysieren ließ: „Am Ende war Berlin eben einfach das bessere Team und hat verdient gewonnen.“ Dabei hatten seine Männer schon früh einen schwerwiegenden Ausfall verkraften müssen, als Zuspieler Jan Zimmermann – gerade für die Olympiaqualifikation mit der Nationalmannschaft nominiert – angeschlagen mit Knieproblemen vom Feld musste. Am Montag werden die Teamärzte Dr. Harald Hake und Christian Hesse im Klinikum Frankfurt-Höchst über weitere Maßnahmen entscheiden.

Nachwuchs-Zuspieler im „Baby-Riegel“

Für Zimmermann sprang mit dem gerade 19-jährigen Jannis Hopt ein Spieler in die Bresche, der seinerseits verletzungsbedingt fast eineinhalb Jahre keine Spielpraxis in der Volleyball Bundesliga sammeln konnte. Mit einer blitzsauberen Leistung sorgte er dafür, dass sich das Berliner Publikum über fehlende Hochspannung nicht zu beschweren brauchte. Die couragierte Vorstellung der United Volleys war umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass mit Hopt, dem 20-jährigen Außenangreifer Moritz Reichert und dem erst 17 Jahre alten Youngster Tobias Krick in der Mitte lange Zeit eine Formation am Netz stand, die man in anderen Sportarten wohl als „Baby-Riegel“ bezeichnet hätte.

Dass wusste neben den fairen Berliner Volleyballanhängern, die nach Spielende nicht mit Anerkennung sparten, auch die rund 40 aus dem Rhein-Main-Gebiet mitgereisten United-Fans zu honorieren, die ihren Team von Anfang bis Ende lautstark und mit einer enormen Bandbreite an Motivationsgesängen anfeuerten. Dass diese Unterstützung im Ligaspiel am Sonntag fehlte, dürfte allerdings nicht der Grund gewesen sein, warum das Ergebnis mit 3:1 (25:15, 23:25, 25:22, 25:16) diesmal nicht ganz so knapp zugunsten der BR Volleys ausfiel. Dabei ließ der Verlauf der ersten drei Durchgänge bei vielen in der Halle durchaus so etwas wie ein Deja-vu-Gefühl aufkommen. Satz eins bestimmten die Hausherren, während die jungen Aufsteiger in einigen Situationen noch nicht voll da zu sein schienen.

Hochverdienter Ausgleich und neun Blocks von Escher

Danach wirkten die Uniteds auf einmal wacher und wesentlich entschlossener, auch wenn ihr 4:1-Start von den Berlinern zwischenzeitlich wieder kassiert wurde. Selbst ein zeitweiliger Drei-Punkte-Rückstand ließ die Gäste nicht verzagen. Beim 19:19 war man pünktlich wieder dran, zwei kompromisslose Blocks und die anschließenden „Big Points“ von Kapitän Christian Dünnes bescherten gleich fünf Satzbälle. Zwar ließen sich die Männer von Michael Warm bis zum allerletzten bitten, bevor wiederum Dünnes verwandelte, der 1:1 Ausgleich war aber längst hochverdient. Übrigens: Berlin verlor damit überhaupt erst den zweiten Satz in der laufenden Saison!

Auch der dritte Durchgang wies wieder Parallelen zum Match vom Donnerstag auf. Zunächst lagen die Berliner hinten und mussten früh die erste Auszeit nehmen, dann liefen die Uniteds einem Rückstand hinterher. Bis zum 22:23 blieben die Gäste dran, ließen sich dann nach mehreren Diskussionen mit dem Schiedsgericht von den abgeklärteren Hauptstädtern überrumpeln. Dass die Hessen bis dahin ihren Gastgebern erneut so hervorragend Paroli bieten konnten, lag nicht zuletzt an der außergewöhnlichen Blockleistung des für Tobias Krick eingewechselten Georg Escher. Gleich neun Mal bissen sich die Berliner Angreifer an ihm die Zähne aus, womit er weiterhin einen Spitzenplatz in der ligaweiten Blocker-Rangliste einnimmt. Zwei weitere Zähler steuerte Escher per Schnellangriff bei. Mit insgesamt 11 Punkten wurde er damit nur seinem Kapitän Dünnes (16) übertroffen. Überragender Mann war in dieser Hinsicht am Sonntag jedoch Berlins Paul Carroll, der ganze 34 Mal erfolgreich war.

Letztes Auswärtsspiel vor der Weihnachtspause steht an

Gegen diese Galaform des Australiers fanden die United Volleys letztendlich auch im vierten und letzten Satz kein ausreichendes Mittel. Das hielt sie jedoch nicht davon ab, den Zuschauern noch ein paar spannende Ballwechsel zu liefern, wenngleich diesmal nicht ganz so viele Endlos-Rallys für Begeisterung sorgten wie noch drei Tage zuvor im Pokal. MVP wurde nach dem 16:25 auf hessischer Seite der gewohnt kampfstarke Libero Florian Ringseis, bei den Berlinern wurde Nationalmannschafts-Rückkehrer Robert Kromm ausgezeichnet. In der Tabelle rangieren die United Volleys damit nun hinter den unangefochten führenden Berlinern und dem VfB Friedrichshafen auf Platz drei.

Kommendes Wochenende geht es zur letzten Partie des Jahres bei Chemie Volley Mitteldeutschland. Mit Blick auf das nächste Heimspiel am 20. Januar in der Fraport Arena sei noch einmal die aktuelle Weihnachts-Aktion der United Volleys erwähnt: Zur vergünstigten Rückrunden-Dauerkarte für sechs Partien gibt es als Geschenk noch ein Fanshirt und die CD/DVD mit den Songs und Videos der Uniteds dazu.

 

 

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